Daily History
Politik & Staat

Ronald Reagans Rede vor dem Brandenburger Tor

West Berlin, Germany

Ronald Reagans Rede vor dem Brandenburger Tor — West Berlin, Germany
Bild: The White House · Public domain

Am 12. Juni 1987 steht der Präsident der Vereinigten Staaten, Ronald Reagan, vor dem Brandenburger Tor in West-Berlin und hält eine Rede, die in die Geschichte eingehen wird. 45 Minuten lang spricht er zu den über 20.000 Zuhörern, die sich auf dem Platz vor dem Tor versammelt haben. Die Entfernung zwischen dem Rednerpult und dem Tor beträgt etwa 100 Meter, doch die Botschaft, die Reagan verkündet, wird viel weiter reichen – über 140 Kilometer bis nach Ost-Berlin und darüber hinaus.

Die Rede ist das Ergebnis monatelanger Vorbereitung und intensiver Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik Deutschland. 12 Tage vor der Rede hat Reagan noch mit dem Bundeskanzler Helmut Kohl über den Inhalt gesprochen. Die Rede soll ein klarer Appell an die Sowjetunion sein, die Mauer, die seit 1961 West-Berlin von Ost-Berlin trennt, abzureißen. Reagan sagt: 'Ich bitte den sowjetischen Premier, General-Sekretär Gorbatschow, nach Berlin zu kommen und die Mauer zu besichtigen.' Er fügt hinzu: 'Mr. Gorbatschow, öffnen Sie das Tor! Mr. Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder!' Diese Worte werden zu einem der bekanntesten Zitate der Geschichte.

Die Mauer, die Reagan meint, ist über 155 Kilometer lang und hat seit ihrer Errichtung das Schicksal von etwa 5.000 Menschen besiegelt, die versucht haben, sie zu überwinden. 1987 ist die Mauer 26 Jahre alt und hat sich zu einem Symbol der Teilung Deutschlands und Europas entwickelt. Die Kosten für den Bau und die Unterhaltung der Mauer belaufen sich auf etwa 16 Millionen Mark pro Kilometer. Das sind immense Summen, die in die Abschottung eines Teils der Stadt investiert werden.

Ronald Reagans Rede vor dem Brandenburger Tor — West Berlin, Germany
Bild: President (1981-1989 : Reagan). White House Photographic Office. 1981-1989 · Public domain

Reagans Rede wird von den Zuhörern mit Applaus und Jubel aufgenommen. 20 Minuten nach dem Ende der Rede sind die Straßen um das Brandenburger Tor herum noch immer voller Menschen, die feiern und diskutieren. Die Rede wird auch in Ost-Berlin wahrgenommen, wo sie als Provokation angesehen wird. Die offiziellen Medien der DDR veröffentlichen keine direkten Reaktionen auf die Rede, aber es ist klar, dass die Führung der Sowjetunion und der DDR unter Druck geraten ist.

Zwei Jahre nach Reagans Rede, am 9. November 1989, wird die Mauer geöffnet. 40.000 Menschen strömen in der ersten Nacht durch die Grenze, um West-Berlin zu besuchen. Die Öffnung der Mauer markiert das Ende der Teilung Deutschlands und den Beginn einer neuen Ära in der europäischen Geschichte. Reagans Rede vor dem Brandenburger Tor war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands. Sie zeigt, dass Worte und Überzeugungen die Macht haben, die Geschichte zu verändern.

Ronald Reagans Rede vor dem Brandenburger Tor — West Berlin, Germany
Bild: Happyme22 · CC BY-SA 3.0

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Tear down this wall!

Politik & Staat

Präsidentschaftswahl von Boris Jelzin

Moscow, Russia

Präsidentschaftswahl von Boris Jelzin — Moscow, Russia
Bild: Presidential Press and Information Office · CC BY 4.0

Boris Jelzin, ein Name, der in den Neunzigerjahren für viele Russen Hoffnung und Veränderung bedeutete, wird am 12. Juni 1991 zum Präsidenten der russischen SFSR gewählt. Die Wahl findet in Moskau statt, wo die russische Geschichte seit Jahrhunderten ihre Spuren hinterlassen hat.

Die Wahlen selbst sind ein Novum in der russischen Geschichte, da sie das erste Mal in der Geschichte der Sowjetunion stattfinden, bei denen der Präsident direkt vom Volk gewählt wird. Jelzin, ein ehemaliger Parteifunktionär, der sich immer mehr von der kommunistischen Partei distanziert hat, gewinnt die Wahlen mit 57 Prozent der Stimmen.

Vor dieser Wahl war die politische Landschaft Russlands von der kommunistischen Partei geprägt, die seit der Oktoberrevolution 1917 unangefochten an der Macht war. Die Menschen lebten in einem System, das von Zentralisierung und Kontrolle geprägt war, und die Freiheit war ein Wort, das kaum jemand wagte auszusprechen. Doch mit Jelzins Wahl beginnt ein neues Kapitel in der russischen Geschichte, in dem die Menschen allmählich ihre Stimme wiederfinden und das Land langsam in Richtung Demokratie und Marktwirtschaft bewegt.

Präsidentschaftswahl von Boris Jelzin — Moscow, Russia
Bild: unknown Soviet photographer · Public domain

Ein interessantes Detail dieser Wahl ist, dass Jelzin während des Wahlkampfs ein unkonventioneller Kandidat war, der direkt mit den Menschen sprach und ihre Sorgen und Nöte hörte. Er fuhr mit dem Bus, aß in einfachen Restaurants und zeigte sich den Menschen als einer von ihnen. Dieser persönliche Ansatz half ihm, die Herzen der Menschen zu gewinnen und ihre Stimmen zu erhalten.

Die Wahl Jelzins zum Präsidenten markiert auch den Beginn eines neuen Zeitalters in den internationalen Beziehungen. Die Sowjetunion, die seit Jahrzehnten als Supermacht agiert hatte, beginnt, ihre Macht zu verlieren, und neue Allianzen und Beziehungen müssen geknüpft werden. Jelzin, der sich als Reformer sieht, will Russland in die Weltgemeinschaft integrieren und das Land von seiner isolierten Position befreien.

Präsidentschaftswahl von Boris Jelzin — Moscow, Russia
Bild: Presidential Press and Information Office · CC BY 4.0

Die Folgen dieser Wahl sind tiefgreifend und reichen weit über die Grenzen Russlands hinaus. Die Auflösung der Sowjetunion im Dezember 1991, nur wenige Monate nach Jelzins Wahl, markiert das Ende eines Zeitalters und den Beginn eines neuen. Die Welt verändert sich rapide, und Russland, unter Jelzins Führung, versucht, in dieser neuen Welt einen Platz zu finden.

Heute, wenn man auf diese Ereignisse zurückblickt, wird deutlich, dass Jelzins Wahl nicht nur ein Sieg für ihn war, sondern auch ein Sieg für die Demokratie und die Freiheit. Es war ein Schritt in die richtige Richtung, auch wenn der Weg danach nicht immer einfach war. Jelzin selbst sagte einmal: 'Die Demokratie ist wie ein Fahrrad, man muss immer treten, um nicht zu fallen.' Seine Worte sind auch heute noch aktuell und erinnern uns daran, dass die Demokratie ein Prozess ist, der ständige Anstrengung und Engagement erfordert.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Boris Yeltsin

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