Daily History
Politik & Staat

Gründung der Union von Südafrika

Cape Town, South Africa

Gründung der Union von Südafrika — Cape Town, South Africa
Bild: SFC9394 · CC BY 2.5

Am 31. Mai 1910 ist es soweit: Die Union von Südafrika wird gegründet. In Kapstadt, der Hauptstadt der britischen Kapkolonie, versammeln sich die führenden Politiker der vier britischen Kolonien im südlichen Afrika. Die Spannung ist groß, als der britische Monarch, König George V., per Telegramm seine Zustimmung zur Gründung der Union gibt.

Die Vorgeschichte ist lang und kompliziert. Seit dem Ende des Zweiten Burenkriegs im Jahr 1902 hat Großbritannien die Kontrolle über die gesamten britischen Kolonien in Südafrika. Die Kolonien Natal, die Kapkolonie, Transvaal und der Oranje-Freistaat werden nun zu einer einzigen Einheit zusammengefasst. Die Gründung der Union von Südafrika ist das Ergebnis langjähriger Verhandlungen zwischen den britischen und burischen Führern.

Der Prozess der Gründung beginnt um 11:00 Uhr morgens, als der Generalgouverneur von Südafrika, Herbert Gladstone, die Versammlung eröffnet. Die führenden Politiker, darunter der Premierminister der Kapkolonie, John X. Merriman, und der Premierminister von Transvaal, Louis Botha, sind anwesend. Sie unterzeichnen die Verfassung der Union von Südafrika, die den Rahmen für die neue Regierung festlegt.

Gründung der Union von Südafrika — Cape Town, South Africa
Bild: James Ford · CC BY-SA 4.0

Die Gründung der Union von Südafrika hat weitreichende Folgen. Die neue Regierung erhält die Kontrolle über die Verteidigung, die Außenpolitik und die Wirtschaftspolitik. Die burische Bevölkerung erhält das Recht, an Wahlen teilzunehmen und in der Regierung mitzubestimmen. Die Gründung der Union markiert auch den Beginn einer neuen Ära in den britisch-südafrikanischen Beziehungen.

Die neue Regierung steht jedoch auch vor großen Herausforderungen. Die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den vier Kolonien sind groß, und es gibt Bedenken hinsichtlich der Rechte der schwarzen Bevölkerung. Die Gründung der Union von Südafrika ist ein wichtiger Schritt in der Geschichte Südafrikas, aber sie löst auch neue Konflikte aus.

Gründung der Union von Südafrika — Cape Town, South Africa
Bild: SA government · Public domain

Heute, über 100 Jahre nach der Gründung der Union von Südafrika, ist es ironisch zu sehen, dass die Gründung der Union, die damals als Schritt in Richtung Einheit und Stabilität galt, letztendlich zu einer Periode der Apartheid und der Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung führte. Die Geschichte Südafrikas ist komplex und vielschichtig, und die Gründung der Union von Südafrika ist nur ein Kapitel in diesem Drama.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Union of South Africa

Krieg & Konflikt

Ende des Zweiten Burenkrieges

Vereeniging, South Africa

Ende des Zweiten Burenkrieges — Vereeniging, South Africa
Bild: AmandaCalitz · CC BY-SA 3.0

Am 30. Mai 1902, einen Tag vor der Unterzeichnung des Vertrags von Vereeniging, sah die Welt in Südafrika noch sehr anders aus. Die Buren, auch Boeren genannt, hatten seit 1899 gegen die britische Besatzung gekämpft und konnten sich in den ersten Jahren des Krieges noch einige Erfolge erkämpfen. Doch nach und nach begannen die Briten, ihre Überlegenheit zu demonstrieren, und die Buren sahen sich gezwungen, in die Defensive zu gehen. Der Krieg hatte bereits über 30.000 Buren und 20.000 Briten das Leben gekostet, und die Situation für die Buren wurde immer desperater.

Die britische Armee, unter der Führung von General Kitchener, hatte eine Strategie der verbrannten Erde verfolgt, bei der sie Dörfer und Städte zerstörten, um die Buren zu schwächen. Die Buren wiederum hatten eine Guerillataktik angewandt, bei der sie sich in kleinen Gruppen bewegten und die Briten aus dem Hinterhalt angriffen. Doch trotz dieser Taktik konnten die Buren den Krieg nicht mehr gewinnen. Sie waren zahlenmäßig unterlegen und hatten nicht die gleichen Ressourcen wie die Briten.

Am 31. Mai 1902, um 11 Uhr morgens, trafen sich die Vertreter der Buren und der Briten in Vereeniging, um den Vertrag zu unterzeichnen. Der Vertrag sah vor, dass die Buren ihre Waffen niederlegten und sich der britischen Herrschaft unterwarfen. Im Gegenzug sollten sie eine gewisse Autonomie erhalten und die britische Regierung sollte ihnen finanzielle Unterstützung gewähren. Der Vertrag wurde von den Vertretern der Buren, Louis Botha und Jan Smuts, und den Vertretern der Briten, General Kitchener und Sir Alfred Milner, unterzeichnet.

Ende des Zweiten Burenkrieges — Vereeniging, South Africa
Bild: Signatories of the Treaty of Vereeniging, 1902 · Public domain

Die Unterzeichnung des Vertrags markierte das Ende des Zweiten Burenkrieges, der fast drei Jahre gedauert hatte. Der Krieg hatte die Buren und die Briten gleichermaßen erschöpft und hatte zu einer tiefen Spaltung zwischen den beiden Gruppen geführt. Doch der Vertrag von Vereeniging bot eine Chance für eine neue Ära der Zusammenarbeit und des Wiederaufbaus. Die Buren konnten ihre Autonomie wiedererlangen und die Briten konnten ihre Herrschaft über Südafrika festigen.

Doch die Unterzeichnung des Vertrags hatte auch eine ironische Note. Der Vertrag sah vor, dass die Buren ihre Waffen niederlegten, doch viele von ihnen sollten später wieder zu den Waffen greifen, um im Ersten Weltkrieg auf der Seite der Briten zu kämpfen. Es war ein paradoxer Wendepunkt in der Geschichte Südafrikas, der zeigte, dass die Feindseligkeiten zwischen den Buren und den Briten nicht so einfach beigelegt werden konnten, wie es der Vertrag von Vereeniging suggerierte. Der Vertrag selbst wurde später von vielen als ein notwendiges Übel angesehen, das den Weg für die Schaffung der Südafrikanischen Union ebnete, die 1910 gegründet wurde.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Treaty of Vereeniging

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