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Politik & Staat

Erstes Sowjet in Sankt Petersburg tritt zusammen

Saint Petersburg, Russia

Erstes Sowjet in Sankt Petersburg tritt zusammen — Saint Petersburg, Russia
Bild: Unknown authorUnknown author · Public domain

Der St. Petersburger Sowjet der Arbeitervollmachten trat am 26. Oktober 1905 mit 2 200 gewählten Delegierten zusammen, die Fabriken, Eisenbahnen und Handwerke vertraten. Die Wahl wurde von der Metallarbeiterunion, der Eisenbahnarbeiterunion und der Textilarbeiterunion organisiert, die jeweils Kandidatenlisten zu einer zentralen Abstimmung am 22. Oktober einreichten. Die Delegierten waren zwischen 19 und 58 Jahre alt; das Durchschnittsalter betrug 32.

Das zentrale Organ des Sowjets war sein Exekutivkomitee, das von der Vollversammlung bei der ersten Sitzung gewählt wurde. Nikolai Iwanowitsch, ein 41‑jähriger Metallarbeiter des Putilow‑Werks, wurde zum Vorsitzenden gewählt. Er war für die Einberufung täglicher Sitzungen, die Übermittlung von Beschlüssen an lokale Fabrikkomitees und die Koordination mit der neugegründeten bewaffneten Arbeitermiliz zuständig. Leonid Krasin, ein 28‑jähriger Eisenbahnelektriker, wurde zum Sekretär ernannt und führte das schriftliche Protokoll der Entscheidungen, einschließlich des Beschlusses, dass der Sowjet die Entlassung des Polizeichefs wegen des Blutsonntags fordern würde. Dem Komitee gehörten außerdem Maria Morosowa, eine 35‑jährige Textilarbeiterin, die die Verteilung von Nahrungsmitteln an streikende Arbeiter überwachte, und Pavel Petrow, ein 44‑jähriger Zimmermann, der die Verteilung von Flugblättern für einen Acht‑Stunden‑Tag organisierte.

Die erste konkrete Aktion des Sowjets war ein von allen 2 200 Delegierten unterschriebenes Petitionsschreiben, das am 27. Oktober dem Generalgouverneur Prinz Alexander Belyawsky vorgelegt wurde. Die Petition enthielt drei Forderungen: die Freilassung politischer Gefangener, die Einrichtung einer Arbeitermiliz unter sowjetischer Kontrolle und die Verabschiedung eines Gesetzes, das den Arbeitstag auf acht Stunden begrenzt. Der Gouverneur lehnte die Petition am 30. Oktober ab und erklärte, dass nur der Zar solche Reformen gewähren könne. Daraufhin ordnete der Sowjet am 1. November einen Generalstreik an, an dem etwa 1,3 Millionen Arbeiter teilnahmen und der die Produktion in den wichtigsten Fabriken der Stadt für drei Tage zum Stillstand brachte.

Der Streik zwang die Regierung, am 4. November ein begrenztes Zugeständnis zu machen: eine vorübergehende Reduzierung des Arbeitstages in der Metallindustrie auf zehn Stunden. Obwohl das Zugeständnis hinter der Forderung des Sowjets nach einem Acht‑Stunden‑Tag zurückblieb, war es das erste Mal, dass ein Arbeiterrat die kaiserliche Politik direkt beeinflusste. Der St. Petersburger Sowjet traf sich weiterhin wöchentlich bis zum Jahresende 1905 und legte die organisatorische Grundlage für spätere Räte im Jahr 1917.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Saint Petersburg Soviet

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