Schlacht von Gettysburg Endet—Sieg der Union
Gettysburg, Pennsylvania, USA
General Robert E. Lee sitzt auf Traveller, seinem Pferd, und starrt hinüber auf die Felder. Es ist drei Uhr am Nachmittag des dritten Juli 1863. Sein Plan – die Union-Armee vernichten, Pennsylvania erobern, den Krieg zu beenden – funktioniert nicht. Jetzt muss er entscheiden, ob er nochmal alles setzt.
Um ein Uhr mittags geben die Sudstaatler das Signal. Fünfzehntausend Soldaten stehen auf und gehen los. Sie marschieren über anderthalb Kilometer offenes Feld auf die Positionen der Nordstaatler zu. General George Pickett führt seine Division an. Er ist achtunddreißig Jahre alt, hat sein Haar an diesem Morgen gelockt, und er weiß, dass viele seiner Männer nicht zurückkommen werden.
Die Artillerie der Union wartet. Die Kanonen öffnen das Feuer. Die Soldaten fallen wie Getreide. Ein Regiment aus Mississippi – etwa dreihundert Mann liefen los – elf gingen zurück. Elf. Ein junger Soldat aus Georgia, sechzehn vielleicht, stolpert über einen Leichnam und erkennt sein Gesicht. Sein Bruder.
Es stinkt nach Schießpulver und Blut. Der Rauch hängt so dicht, dass die Männer kaum sehen, wohin sie rennen. Private James Kemper wird verwundet, sagt später: "Ich habe nie etwas Schlimmeres gesehen." Die Feldschere der Geschichte ist brutal und präzise.
Der Angriff bricht zusammen. Die Überlebenden rennen zurück. Lee sitzt noch immer auf Traveller. "Das war mein Fehler," sagt er zu seinen Offizieren. Rückzug.
Aber hier ist das Verrückte: Lee hätte gewinnen können. Die Union-Armee war erschöpft. General Meade hätte wahrscheinlich nicht nachverfolgt. Lee hätte Zeit zum Regroupieren gehabt. Stattdessen opferte Lee Pickett – nicht aus Strategie, sondern aus Hoffnung. Der hoffnungsvolle Glaube, dass eine letzte große Aktion den Krieg noch drehen könnte.
Die Soldaten stapfen in Regen davon. Sie singen nicht. Sie reden nicht. Ein Beobachter schreibt auf: "Sie sahen aus wie besiegte Männer."
Was Lee nicht wusste: Das war das Ende seiner Offensive-Träume. Nicht das Ende des Krieges – das würde noch zwei Jahre dauern – aber das Ende seiner Hoffnung, die Union zu schlagen. Ein Colonel namens Theodore Lyman schrieb später: "Lee wird nie wieder angreifen wie heute." Der Colonel hatte recht. Von jetzt an kämpfte Lee defensiv, immer weiter zurückgedrängt, bis Appomattox.
Alles entschied sich in einer Stunde. Fünfzehntausend Männer liefen los. Ungefähr siebentausend kamen nie zurück. Der Mann, der diese Schlacht hätte gewinnen können, verlor sie, weil er nicht loslassen konnte. Und dabei war der größte Fehler nicht die Entscheidung selbst – es war, dass Lee glaubte, Hoffnung sei eine Strategie.