Daily History
Krieg & Konflikt

Schlacht von Gettysburg Endet—Sieg der Union

Gettysburg, Pennsylvania, USA

Schlacht von Gettysburg Endet—Sieg der Union — Gettysburg, Pennsylvania, USA
Bild: Theodore Ditterline · Public domain

General Robert E. Lee sitzt auf Traveller, seinem Pferd, und starrt hinüber auf die Felder. Es ist drei Uhr am Nachmittag des dritten Juli 1863. Sein Plan – die Union-Armee vernichten, Pennsylvania erobern, den Krieg zu beenden – funktioniert nicht. Jetzt muss er entscheiden, ob er nochmal alles setzt.

Um ein Uhr mittags geben die Sudstaatler das Signal. Fünfzehntausend Soldaten stehen auf und gehen los. Sie marschieren über anderthalb Kilometer offenes Feld auf die Positionen der Nordstaatler zu. General George Pickett führt seine Division an. Er ist achtunddreißig Jahre alt, hat sein Haar an diesem Morgen gelockt, und er weiß, dass viele seiner Männer nicht zurückkommen werden.

Die Artillerie der Union wartet. Die Kanonen öffnen das Feuer. Die Soldaten fallen wie Getreide. Ein Regiment aus Mississippi – etwa dreihundert Mann liefen los – elf gingen zurück. Elf. Ein junger Soldat aus Georgia, sechzehn vielleicht, stolpert über einen Leichnam und erkennt sein Gesicht. Sein Bruder.

Es stinkt nach Schießpulver und Blut. Der Rauch hängt so dicht, dass die Männer kaum sehen, wohin sie rennen. Private James Kemper wird verwundet, sagt später: "Ich habe nie etwas Schlimmeres gesehen." Die Feldschere der Geschichte ist brutal und präzise.

Schlacht von Gettysburg Endet—Sieg der Union — Gettysburg, Pennsylvania, USA
Bild: Harper's Weekly Magazine, November 8, 1862, pp. 712-713., p. 16. · Public domain

Der Angriff bricht zusammen. Die Überlebenden rennen zurück. Lee sitzt noch immer auf Traveller. "Das war mein Fehler," sagt er zu seinen Offizieren. Rückzug.

Aber hier ist das Verrückte: Lee hätte gewinnen können. Die Union-Armee war erschöpft. General Meade hätte wahrscheinlich nicht nachverfolgt. Lee hätte Zeit zum Regroupieren gehabt. Stattdessen opferte Lee Pickett – nicht aus Strategie, sondern aus Hoffnung. Der hoffnungsvolle Glaube, dass eine letzte große Aktion den Krieg noch drehen könnte.

Die Soldaten stapfen in Regen davon. Sie singen nicht. Sie reden nicht. Ein Beobachter schreibt auf: "Sie sahen aus wie besiegte Männer."

Schlacht von Gettysburg Endet—Sieg der Union — Gettysburg, Pennsylvania, USA
Bild: [[:en:User:Hlj licence= This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license.Attribution: M · CC BY 3.0

Was Lee nicht wusste: Das war das Ende seiner Offensive-Träume. Nicht das Ende des Krieges – das würde noch zwei Jahre dauern – aber das Ende seiner Hoffnung, die Union zu schlagen. Ein Colonel namens Theodore Lyman schrieb später: "Lee wird nie wieder angreifen wie heute." Der Colonel hatte recht. Von jetzt an kämpfte Lee defensiv, immer weiter zurückgedrängt, bis Appomattox.

Alles entschied sich in einer Stunde. Fünfzehntausend Männer liefen los. Ungefähr siebentausend kamen nie zurück. Der Mann, der diese Schlacht hätte gewinnen können, verlor sie, weil er nicht loslassen konnte. Und dabei war der größte Fehler nicht die Entscheidung selbst – es war, dass Lee glaubte, Hoffnung sei eine Strategie.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Battle of Gettysburg

Persönlichkeiten

George Eastman, Erfinder des Rollfilms, Wird Geboren

Waterville, New York, USA

George Eastman, Erfinder des Rollfilms, Wird Geboren — Waterville, New York, USA
Bild: Published by B. C. Forbes Publishing Company, New York, 1917 · Public domain

Ein junger Mann aus Waterville, New York, würde der Welt zeigen, dass man nicht 15 Kilogramm schwere Glasplatten durch die Gegend tragen muss, um die Schönheit eines Moments einzufangen. Am 3. Juli 1844 wurde George Eastman geboren – und niemand in dem Zimmer ahnte, dass dieser Säugling die Fotografie gerade so erfinden würde, dass normale Menschen sie sich leisten konnten.

Die Fotografie existierte damals bereits seit etwa 20 Jahren, aber sie war ein Sport für Verrückte und Reiche. Ein professioneller Fotograf schleppte ein Stativ, einen massiven Holzkasten als Kamera und eine kleine Bibliothek aus Glasplatten mit sich herum – jede Platte wog etwa 200 Gramm, jede war zerbrechlich wie ein Geheimnis, und jede kostete etwa das Doppelte eines Tagelöhns. Wer ein Portrait machen lassen wollte, bezahlte zwischen 5 und 25 Dollar – in einer Zeit, als ein Arbeiter pro Woche 10 Dollar verdiente. Fotografie war nicht Kunst, Fotografie war Luxus für Menschen, die Zeit und Geld in ungefähr gleicher Menge hatten.

Ostman war 26 Jahre alt, als er 1870 eine Kamera kaufte. Er war nicht dumm – er war wütend. Warum sollte so etwas so kompliziert sein? Er begann zu experimentieren. 1881 erfand er die trockene Fotoplatte – schneller zu benutzen als die Nassglass-Methode. Zwei Jahre später kam die Idee, die alles ändern würde: Statt einzelner Platten rollte er eine dünne Kunststoffbahn (genauer gesagt, Zelluloid) auf eine Spule. Eine einzige Rolle Eastman-Film hielt 100 Aufnahmen – nicht 1, nicht 12, sondern 100. Das war nicht nur praktisch, das war revolutionär.

George Eastman, Erfinder des Rollfilms, Wird Geboren — Waterville, New York, USA
Bild: Kyranks · CC BY-SA 4.0

1888 stellte er eine Kamera vor, die so schlicht und tragbar war, dass sie tatsächlich jemand benutzen konnte: die Kodak. Sie war nicht perfekt – die Linse war mittelmäßig, die Belichtung war eine Kunst für sich – aber sie wog weniger als ein Pfund und kostete 25 Dollar. Zum Vergleich: Professionelle Ausrüstung kostete zwischen 50 und 150 Dollar. Und sein Preis fiel. Fünf Jahre später konnte man Kodaks für 5 Dollar kaufen. Im Jahr 1900 gab es die Brownie Kamera für weniger als einen Dollar.

Ostman verstand sofort, dass die Kamera nur die halbe Gleichung war. Er gründete ein Geschäftsmodell, das heute jedes Smartphone prägt: Verkaufe das Gerät billig, verdiene an den Verbrauchsmaterialien. Ein Fotograf bezahlte 50 Cent für einen Film, Eastman's Fabrik produzierte ihn für etwa 5 Cent. Die Marge war nicht subtil – sie war skandalös. Und deshalb baute Kodak bis 1896 ein Imperium, das 90 Prozent des amerikanischen Markts kontrollierte.

George Eastman, Erfinder des Rollfilms, Wird Geboren — Waterville, New York, USA
Bild: DanielPenfield · CC BY-SA 4.0

Das Seltsame: Ostman sah die Zukunft so deutlich, dass er seine eigene Zerstörung vorhersah. 1975 erfand ein Eastman-Kodak-Ingenieur namens Steven Sasson die erste digitale Kamera – bei Kodak, seinem eigenen Unternehmen. Der Prototyp war ein klobiges grauenvolles Ding, das gerade acht Bilder pro Sekunde speichern konnte. Aber Kodak ignorierte ihn. Das Unternehmen, das die Fotografie demokratisiert hatte, schaffte es nicht, sich selbst zu demokratisieren. 2012 meldete Kodak Insolvenz an. Ostman war längst tot – er war 1932 gestorben – aber seine letzte Lektion war die beste: Wer das alte Spiel zu gut spielt, verliert das neue.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/George Eastman

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