Daily History
Wissenschaft & Entdeckung

Das Roswell-UFO-Geheimnis Beginnt

Roswell, New Mexico, USA

Das Roswell-UFO-Geheimnis Beginnt — Roswell, New Mexico, USA
Bild: Roswell Daily Record. · Public domain

Ein Rancher namens Mac Brazel hatte an jenem Morgen im Juli 1947 nur eines im Sinn: seine Schafe zu füttern. Die Nacht zuvor war ein Gewitter über die Ebenen von New Mexico gerollt, wild und ungeheuerlich, mit Blitzen, die die Dunkelheit zerrissen. Als Brazel am nächsten Morgen über sein Land ging, fand er es übersät mit glänzenden Trümmern — Metallstücke, zarte, metallische Papierstreifen, Holzstücke mit seltsamen Mustern. Das Land sah aus wie nach einer Explosion. Es sah aus wie nichts, das er je zuvor gesehen hatte.

Brezel war nicht der Mensch, der Aufhebens darum machte. Er war ein praktischer Cowboy in einer praktischen Gegend, 70 Kilometer nördlich von Roswell, in einem Land, in dem man seine Angelegenheiten selbst regelte. Aber diese Trümmer — fast fünf Quadratkilometer davon — waren zu merkwürdig, um sie zu ignorieren. Am 7. Juli fuhr er nach Roswell und meldete den Fund der Sheriffs.

Das, was dann passierte, passierte schnell und mit einer seltsamen Unmittelbarkeit, die niemand richtig vorhersehen konnte. Die U.S. Army Air Forces tauchten auf, nahmen alle Trümmer mit und sperrten die Ranche ab. Zwölf Stunden später, am 8. Juli, veröffentlichte die Armee in Roswell eine Pressemitteilung, die die Welt verändern würde: Sie hätten eine »fliegende Scheibe« gefunden. Das waren die genauen Worte. General Roger Ramey, der Kommandant der Eighth Air Force, hielt vor einem Fotografen eine Pressekonferenz ab, in der er das Material zeigte — wirre, aufgeplusterte Metallblattreste in seinen Händen.

Das Roswell-UFO-Geheimnis Beginnt — Roswell, New Mexico, USA
Bild: Fort Worth Star-Telegram · Public domain

Die Zeitungen explodierten. »RAKETENSCHIFF AUS DEM WELTALL NAHE ROSWELL ENTDECKT«, schrien die Schlagzeilen. Die Menschen stellten sich Flugunfähigkeiten vor, Außerirdische, die Zukunft. Es war Juli 1947, weniger als zwei Jahre nach Hiroshima, in einem Amerika, das verlernt hatte, wie man Dinge einfach nimmt. Die Angst vor sowjetischer Technologie war giftig und allgegenwärtig. Alles war plötzlich möglich.

Am nächsten Tag, dem 9. Juli, kam die Gegenoffensive. Die Armee gab eine neue Erklärung ab: Entschuldigung, Fehler gemacht, es sei nur ein Wettergummiballon. Ein gewöhnlicher Wettergummiballon. Ramey stand erneut vor den Kameras, diesmal mit einem Haufen trivialen Gummis und Stöcken.

Das Roswell-UFO-Geheimnis Beginnt — Roswell, New Mexico, USA
Bild: Fort Worth Star-Telegram · Public domain

Die Ironie war so dicht, dass man sie hätte schneiden können. Die Armee hatte nicht gelogen, um Außerirdische zu verbergen. Sie hatte gelogen, um etwas Banaleres zu verbergen: ein klassifiziertes Projekt namens Mogul, ein System hochempfindlicher Mikrofone an Ballons, das sowjetische Atomtests aufspüren sollte. Es war Top-Secret, es war technisch bemerkenswert, aber es war nicht außerirdisch. Aber indem sie die Lüge so plump betrieben, indem sie die Erklärung so schnell umdrehten, fütterten sie genau die Paranoia, die sie besänftigen wollten.

Neunundfünfzig Jahre lang stritten sich Menschen über das, was über Roswell passiert war. Die Armee gab die Antwort erst 1995 preis. Aber bis dahin war es zu spät. Der Mythos war größer als die Wahrheit, und er ist es immer noch. Ein gewöhnlicher Regensturm über New Mexico, ein seltsamer Ballon, ein unglücklich formulierter Satz — und Millionen Menschen verbrachten ein Leben damit, zum Himmel zu schauen.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Roswell incident

Krieg & Konflikt

Kreuzfahrer triumphieren in Ascalon

Ascalon, Palestine

Kreuzfahrer triumphieren in Ascalon — Ascalon, Palestine
Bild: Victory Schnetz · Public domain

Etwa 12.000 Mann Kreuzfahrer marschieren über den glühenden Staub in Richtung Ascalon – eine Stadt, die 40 Kilometer südlich des gerade eroberten Jerusalem liegt und in ägyptischen Händen liegt. Es ist der 8. Juli 1099, und die Sonne brennt so erbarmungslos auf diese erschöpften Krieger herab, dass Pferde und Männer an ihre äußersten Grenzen geraten. Niemand weiß mit Sicherheit, ob diese hungrigen, staubbedeckten Soldaten eine Armee unter al-Afdals Befehl schlagen können, die drei Wochen zuvor mit etwa 20.000 Kriegern aus Ägypten aufgebrochen ist.

Die Fatimiden wollten das Unmögliche rückgängig machen: die Eroberung Jerusalems vor nur drei Wochen. Al-Afdal, der Wesir des Kalifen, konnte nicht zulassen, dass die Küste verloren ging. Ascalon war ein letzter Versuch, eine Bastion gegen die Invasion. Die Zahlen sprachen für Ägypten: 20.000 gegen 12.000 ist ein Übergewicht, das in der Mittelalterkriegsführung entscheidend sein sollte. Theoretisch.

Am Morgen des Kampfes, als Gottfried von Bouillon und die Kreuzfahrer die Fatimiden-Lager erblickten, war die ägyptische Armee nicht bereit. Sie hatten nicht mit einem sofortigen Angriff gerechnet. Die Schlacht selber währte nur wenige Stunden – manche Quellen sprechen von 3 bis 4 Stunden intensiver Kämpfe. Was in dieser kurzen Zeit geschah, war das Ende einer Illusion. Die Fatimiden-Kavalerie prallte gegen Kreuzfahrer-Positionen, wurde durchbrochen, zerstreut. Panik setzte ein. Al-Adfal selbst floh.

Kreuzfahrer triumphieren in Ascalon — Ascalon, Palestine
Bild: Wikimedia Commons · Public domain

Die Verluste waren asymmetrisch und entlarvend. Die Kreuzfahrer verloren etwa 200 bis 300 Männer – schmerzhaft, aber für eine Armee dieser Größe verkraftbar. Die Fatimiden verloren schätzungsweise 4.000 bis 6.000 Soldaten, möglicherweise mehr. Ein Loch, das sich nicht füllen ließ. Der Rückzug nach Ägypten, über 300 Kilometer Wüste, wurde zur Flucht von Überresten.

Die eigentliche Absurdität liegt in einer schlichten Tatsache: Die Schlacht war strategisch überhaupt nicht notwendig. Jerusalem war bereits gefallen. Die Küste war bereits verloren. Ascalon selbst wurde nicht einmal erobert – die Kreuzfahrer waren zu erschöpft. Aber mit 5.000 toten Männern und einer totalen militärischen Niederlage hatten die Fatimiden etwas Entscheidenderes verloren: die Fähigkeit, zurückzukommen. Sie versuchten es nie wieder, nicht ernsthaft. Mit Ascalon endete nicht nur eine Schlacht, sondern eine Kontrolle, die Jahrhunderte währte. Al-Afdal reitet nach Ägypten zurück in die Gewissheit, dass die Levante nicht mehr sein Reich ist – und die Kreuzfahrer in der Gewissheit, dass niemand sie hinauswerfen wird. Beides war falsch, wie sich zeigen sollte, aber in diesem Moment, unter dieser unmenschlichen Hitze, gehörte das Land ihnen.

Kreuzfahrer triumphieren in Ascalon — Ascalon, Palestine
Bild: Prosper Lafaye · Public domain

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Battle of Ascalon

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