Daily History
Krieg & Konflikt

Japan startet Großinvasion Chinas an der Marco-Polo-Brücke

Beijing, China

Japan startet Großinvasion Chinas an der Marco-Polo-Brücke — Beijing, China
Bild: Unknown photographer, Ministry of the Navy · Public domain

In der Nacht des 7. Juli 1937 verschwindet ein japanischer Soldat irgendwo bei Peking, und aus diesem einen Verschwinden entstehen acht Jahre Krieg. Die Japaner behaupten später, sein Name sei Mutaguchi Yuuki—oder vielleicht auch nicht. Die Quellen sind bereits vorsichtig. Manche Historiker sagen, dieser Mann war nie wirklich vermisst, sondern nur eine Entschuldigung. Entschuldigungen brauchen keine Wahrheit, nur Gewalt.

Die Nacht war für Übungen gedacht. Die Marco-Polo-Brücke, etwa 15 Kilometer südwestlich von Peking, war bekanntes Gelände—umkämpft, aber nicht heilig. Ein japanisches Regiment manövrierte dort in der Dunkelheit, als plötzlich ein Schuss fiel. Wer schoss, bleibt unklar. Ein nervöser japanischer Soldat? Ein chinesischer Wachposten? Ein Gewehr, das von selbst losging? Die erste Nacht der größten Invasion Asiens im 20. Jahrhundert begann mit einer Frage, die niemals beantwortet werden würde.

Der japanische Kommandierende zeigte keine Überraschung, nur Entschlossenheit. Ein Soldat fehlte. Man musste suchen. Man musste die Stadt Wanping durchsuchen, wo chinesische Truppen standen. Das war die Grammatik des Empire: nicht Krieg erklären, sondern Rechte durchsetzen, Ordnung herstellen, Befehle geben, die man selbst geschrieben hat.

Japan startet Großinvasion Chinas an der Marco-Polo-Brücke — Beijing, China
Bild: Sha Fei · Public domain

Die Chinesen lehnten ab.

In normalen Zeiten hätte das ein Aushang bleiben können. Offiziell gab es Waffenstillstände. Offiziell gab es Grenzen. Doch nein bedeutete Widerstand, und Widerstand bedeutete Krieg. Um 4.30 Uhr öffneten japanische Kanonen das Feuer auf die Wanping-Mauern—Mauern aus der Ming-Dynastie, fast 500 Jahre alt, kein Match gegen Artillerie des 20. Jahrhunderts. Innerhalb weniger Stunden war die Brücke japanisch. Innerhalb weniger Tage war Peking umzingelt.

Japan startet Großinvasion Chinas an der Marco-Polo-Brücke — Beijing, China
Bild: Chinese army in India-Burma campaign pictorial · Public domain

Der vermisste Soldat tauchte später wieder auf, unverletzt und unbemerkt. Manche Quellen sagen, er war die ganze Zeit bei den Japanern gewesen. Die Geschichte brauchte ihn längst nicht mehr.

Was folgte, war Invasion im vollständigen Sinn: zwei Millionen japanische Soldaten marschierten in China ein. Shanghai fiel im August. Nanking fiel im Dezember, und was dort geschah, schreiben Historiker mit zahlen, die größer sind als die Worte, die es beschreiben. Tausende. Zehntausende. Die Städte brannten.

Ein einzelner Schuss in einer Nacht wurde zum Türöffner eines Krieges, der beide Nationen verzehrte. China verlor geschätzt zwischen 15 und 20 Millionen Menschen. Japan fand sich selbst als besiegte Nation wieder, ein Reich reduziert auf Asche. Der Soldat, dessen Namen die meisten nicht einmal kennen, setzte eine Kettenreaktion in Gang, die niemandem diente, nicht einmal denen, die sie auslösten. Das Ironie ist, dass er wahrscheinlich überhaupt nicht vermisst worden war—dass die ganze Geschichte, die einen Krieg rechtfertigen sollte, eine bequeme Lüge war. Und Lügen, einmal ausgesprochen, lassen sich nicht zurückrufen.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Second Sino-Japanese War

Krieg & Konflikt

Terroranschläge in London in U-Bahn und Bus töten 52

London, United Kingdom

Terroranschläge in London in U-Bahn und Bus töten 52 — London, United Kingdom
Bild: Francis Tyers · CC BY-SA 3.0

An jenem Morgen des 7. Juli 2005 kamen vier britische Männer aus Leeds in der Londoner U-Bahn zu Tode – zusammen mit 48 anderen Menschen, die nicht hätten sterben müssen, wenn die Züge nur zehn Minuten Verspätung gehabt hätten. Das Seltsame, das damals niemand so recht laut aussprechen wollte: Die Bomben befanden sich in ihren Rucksäcken. Sie waren nicht Opfer eines Anschlags. Sie waren die Attentäter.

Um 8:49 Uhr explodierten drei Sprengsätze in den U-Bahn-Linien Circle, Piccadilly und District. Dann, knapp eine Stunde später, um 9:47 Uhr, zerfetzte eine Explosion einen Doppeldecker-Bus in Tavistock Square und tötete 13 Menschen auf einem Schlag. Insgesamt starben 52 Menschen, über 700 wurden verletzt. Das Merkwürdige: Fast alles wurde von Handykameras gefilmt. Plötzlich hatte die Welt erste Bilder von Londons U-Bahn-Stationen, gefüllt mit Rauch und Blut, innerhalb von Minuten.

Aber für Europa war dies vor allem ein Wendepunkt, den fast niemand kommen sah. Der Terrorismus war bis dahin etwas für die Abendnachrichten, etwas Fernes, etwas das anderen Leuten passierte. Irland, ja. Der Nahe Osten, natürlich. Aber nicht hier, nicht so, nicht unter einer der reichsten Städte der Welt. Nicht mit britischen Sprengstoffen und britischen Fahrplänen.

Terroranschläge in London in U-Bahn und Bus töten 52 — London, United Kingdom
Bild: Nick Cooper (talk) · CC BY 3.0

Mohammed Sidique Khan war 30 Jahre alt und Schulberater. Hasib Hussain, 18, Schüler. Germaine Lindsay, 19, kam aus Aston. Shehzad Tanweer war gerade 22. Sie waren nicht die Scheichs von irgendeinem abgelegenen Trainingslager in Afghanistan. Sie waren Londoner, die Bus fuhren, Chips kauften und in Vereinen Fußball spielten. Doch irgendwann in den Monaten zuvor hatte sich bei ihnen etwas entscheidend gedreht. Videobotschaften wurden gefilmt. Sprengstoff wurde zusammengetragen. Khan hinterließ eine Nachricht: Die britische Außenpolitik im Irak.

Was sich nach diesem Tag grundlegend änderte, war unausgesprochen und deshalb besonders mächtig. Plötzlich war Sicherheit nicht mehr Luxus, sondern Notwendigkeit. Die U-Bahn bekam Kameras. Taschen wurden durchsucht. Ein unsichtbares Netz von Verdacht legte sich über Europa – nicht dramatisch, nicht als Kriegserklärung, sondern still und leise, wie eine Hand, die sich auf deine Schulter legt.

Terroranschläge in London in U-Bahn und Bus töten 52 — London, United Kingdom
Bild: Eliot Ward using his Sony Ericsson V800 cell phone. · CC BY 4.0

Das eigentlich Verstörende war dies: Die vier Männer, die dies alles verursachten, kamen nicht aus der Ferne, um Westeuropa zu erschüttern. Sie kamen aus dem Westen selbst. Sie waren nicht die Symptome einer äußeren Invasion. Sie waren die eines Problems, das von innen heraus wuchs.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/7 July 2005 London bombings

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