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Technik

Telstar-Satellit ermöglicht erste transatlantische Fernsehübertragung

Cape Canaveral, USA

Telstar-Satellit ermöglicht erste transatlantische Fernsehübertragung — Cape Canaveral, USA
Bild: Rama · CC BY-SA 3.0 fr

Neun Minuten. Das war die Zeit, die das Fernsehbild von Cape Canaveral bis nach Frankreich brauchte. Eine Minute für die Fahrt nach oben, Verzögerung in der Ionosphäre, eine weitere für den Weg zurück. Ein Kind, geboren in der Zeit zwischen Sender und Empfänger, hätte laufen lernen können — und doch hallte das Echo dieses Lags um die Welt wie der Beweis, dass die Zukunft soeben in den Himmel gestartet war.

Die Rakete zitterte um 3:35 Uhr Ortszeit vom Pad weg. Telstar war nicht imposant: 170 Pfund, etwa das Gewicht eines übergewichtigen Mannes, den jemand an einem Delta-Träger von Cape Canaveral bis zum Orbit schießt. Die Ingenieure von Bell Labs hatten Jahre damit zugebracht, eine Kugel mit Solarpaneln vollzustopfen, transistorisierte Verstärker einzubauen, Mikrowellenschüsseln wie kleine Ohren in sie hineinzuzwingen. Die US-Armee zahlte dafür, doch das Narrativ sprach von zivilem Fortschritt, vom freien Fluss der Information zwischen Nationen.

Das erste Bild, das Telstar zurückfunkte, war nicht die Statue of Liberty. Es war keine Parade, kein Präsident, kein Mensch. Es war eine Flagge. Dann kam ein Flugzeug am Himmel vorbei, sehr weit weg, sehr klein in der Linse. Dann folgte die erste echte Live-Übertragung: eine Pressekonferenz, bei der Männer in Anzügen von dem Ereignis sprachen, das bereits Millisekunden alt war. Die Verzögerung machte alle verlegen.

Die Zeitungen schrien von Revolution. Keine dieser Zeitungen schrieb, dass Telstar eine Nacht lang ordentlich funktionierte, bevor die Elektronik verrückt spielte — die Sonne hatte stärker gestrahlt als die Physiker vorhergesagt hatten. Sie schrieben auch nicht, dass echte Fernsehübertragungen noch Jahre entfernt waren, dass die Bandbreite lächerlich klein blieb, dass eine gedruckte Zeitung mehr Information pro Sekunde enthielt als Telstar in einer Minute durch den All schicken konnte. Das Material war größer als das Medium, ein Details, das niemand besonders störte.

Telstar-Satellit ermöglicht erste transatlantische Fernsehübertragung — Cape Canaveral, USA
Bild: Unknown authorUnknown author · Public domain

Der Grund, warum das Ding oben blieb, war ein Geheimnis, das erst Jahrzehnte später ausgeplaudert wurde: Um sowjetische Signale nicht zu verstärken, hatten die Ingenieure Telstar so gebaut, dass es nur funktionierte, wenn man ganz genau wusste, wie man es ansprach. Ein Satellit, der nur seine Freunde hörte — was sich später als unfreiwillig perfekte Beschreibung aller Satelliten entpuppte.

Die Telstar-Melodie, die ein Musiker drei Tage nach dem Start komponierte, wurde ein Hit. Millionen Menschen wollten sie hören, lange nachdem die meisten längst vergessen hatten, was das Ding im Weltall tat. Radiosendern spielten sie in Endlosschleife. Das war das echte Wunder: nicht die Technologie selbst, sondern dass die Menschheit beschloss, eine Rakete ins All zu schießen, um Jahre später zu entdecken, dass sie sich einfach schneller Musik schenken wollte.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Telstar

Krieg & Konflikt

Luftschlacht um England beginnt: Luftwaffe startet Luftkampagne

United Kingdom

Luftschlacht um England beginnt: Luftwaffe startet Luftkampagne — United Kingdom
Bild: Australian armed forces · Public domain

Die Luftwaffe brauchte gutes Wetter, um zu gewinnen – und am 10. Juli 1940 war das Wetter ausgezeichnet.

Der Himmel über der Südküste Englands war strahlend blau. Die Barrage-Ballons schwebten wie graue Elefanten über den Flugplätzen. In den Unterständen der RAF saßen junge Piloten und warteten, manche seit Wochen, andere erst seit Tagen, aber alle mit dem gleichen Gefühl: dass etwas kam, das nicht zu stoppen war. Sie hatten Recht. In diesem Moment starteten über dem Ärmelkanal die ersten Wellen deutscher Jäger und Bomber – etwa hundert Flugzeuge, teilweise in Höhen von 20.000 Fuß, wo die Luft so dünn ist, dass man kaum noch atmet, wo die Maschinen bei minus 40 Grad zu beben anfangen.

Hermann Göring hatte die Schlacht schon 1939 geplant. Er wusste, dass Deutschland England nicht einfach überrennen konnte – die Royal Navy würde jeden Invasionsversuch ins Meer drücken. Also brauchte es die Luftwaffe: Die Briten mussten erst geschlagen werden, aus der Luft, komplett. Vier bis sechs Wochen, hatte Göring gesagt, dann ist die RAF zerstört. Was könnte schon schiefgehen?

Luftschlacht um England beginnt: Luftwaffe startet Luftkampagne — United Kingdom
Bild: German Air Force photographer · Public domain

Das Problem war ein Gerät, das es 1935 noch gar nicht gab: das Radar. Die Briten hatten es entwickelt, Stationen überall an der Küste, die feindliche Flugzeuge auf Bildschirmen zeigten, lange bevor sie zu sehen waren. Die RAF wusste also, wann sie kamen. Sie wusste auch, woher. Das klang nach einem kleinen Vorteil. Es war kein kleiner Vorteil.

Die Messerschmitt 109 war schneller, die Supermarine Spitfire wendiger. Der Hawker Hurricane war langsamer als beide, aber robuster – 30-Prozent-Treffer überlebte die Hurricane, wo die 109 abstürzte. Diese Details, die technischen Spielereien, entschieden über Leben und Tod im Minutentakt. Ein gut ausgebildeter Pilot brauchte vielleicht 200 Stunden Training. Nach Mai 1940 hatte die Luftwaffe genug Verluste erlitten, dass viele ihrer Piloten weniger als 100 Stunden hatten. Die britischen Piloten, die überlebten, flogen immer wieder. Wenn man abgeschossen wurde und landete, war man morgen wieder oben. Ein deutscher Pilot, dessen Maschine getroffen wurde, war in Gefangenschaft – oder tot.

Luftschlacht um England beginnt: Luftwaffe startet Luftkampagne — United Kingdom
Bild: Unknown authorUnknown author · Public domain

Von Juli bis Oktober 1940 startete die Luftwaffe etwa 2.700 Einsätze. Die RAF flog etwa 3.400. Bei den Deutschen fielen über 1.700 Flugzeuge. Bei den Briten etwa 900. Die Zahlen tell die Geschichte nicht ganz: Von den 900 britischen Piloten starben etwa 240. Von den deutschen Piloten starben etwa 600 – nicht, weil sie schlechter waren, sondern weil sie wegflogen und nicht zurück waren.

Am Ende des Sommers gab Göring auf. Nicht weil die RAF zerstört war – sie war verletzt, erschöpft, aber nicht zerstört. Sondern weil es unmöglich geworden war. Die Invasion konnte nicht stattfinden, solange feindliche Jäger noch am Himmel flogen. Also verlagerte sich alles in die Nacht: Die Bomber kamen jetzt im Dunkeln, nicht im Juli-Licht, und bombardierten Städte statt Flugplätze. Das war billiger, weniger risikant – und furchtbar ineffektiv. Göring hatte sich verrechnet, aber nicht bei den Zahlen. Er hatte sich bei der einen Sache verrechnet, die man nicht mit Zahlen misst: der Willen der Anderen.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Battle of Britain

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