Daily History
Krieg & Konflikt

Erste Schlacht von Bull Run Beginnt

Manassas, Virginia, USA

Erste Schlacht von Bull Run Beginnt — Manassas, Virginia, USA
Bild: William Ridgway after Felix Octavius Carr Darley · Public domain

An einem Julimorgen des Jahres 1861 packten Tausende Washingtoner ihre Picknickkörbe und fuhren mit Kutschen zu einem Ort namens Bull Run, um einem Krieg zuzuschauen. Sie erwarteten ein kurzes Schauspiel, eine schnelle Schlacht, in der die Unionstruppen die Rebellen vertreiben würden. Stattdessen sahen sie, wie die amerikanische Republik auseinanderbrach — und viele von ihnen mussten panisch fliehen, als die Schießerei näher kam.

Das Interessante, das die meisten Schulbücher übersehen, ist dies: Der Krieg sollte überhaupt nicht stattfinden. Oder zumindest nicht so. Die Konföderierten unter General P.G.T. Beauregard wollten die Union einfach in Ruhe lassen. Die Union unter Präsident Abraham Lincoln war es, die beschloss, die Sache zu erzwingen. Lincoln brauchte einen schnellen Sieg, um die nordstaatliche Moral zu stärken und den Süden einzuschüchtern. Sein General Irvin McDowell erhielt den Befehl, Virginias Eisenbahnknotenpunkt Manassas anzugreifen — heute nennt man es Bull Run, nach dem Fluss, der durch das Schlachtfeld fließt.

McDowell war kein Idiot. Er kannte die Zahlen. Etwa 30.000 Unionssoldaten gegen 22.000 Konföderierten. Die Chancen waren auf seiner Seite. Was er nicht wusste — oder nicht wissen wollte — war, dass die Konföderierten Verstärkung erwarteten. Ein anderes südstaatliches Heer unter Joseph E. Johnston war nur wenige Meilen entfernt und konnte, wenn es schnell genug war, eintreffen. Das ist die entscheidende Detail, die Lincoln und McDowell übersahen: Die Eisenbahn. Die Konföderierten nutzten sie, um Johnston rechtzeitig zu verlegen. Etwa 12.000 zusätzliche Soldaten kamen gerade noch an.

Erste Schlacht von Bull Run Beginnt — Manassas, Virginia, USA
Bild: Alexander Gardner · Public domain

Die Schlacht selbst war chaotisch. Die Unionstruppen drängten die Konföderierten zunächst zurück. Die südlichen Linien wankten. Ein südstaatlicher General namens Thomas Jackson stand wie ein Felsen auf einem Hügel — Kugeln flogen um ihn herum, und er rührte sich nicht. Ein anderer General, Barnard Bee, sah das und schrie zu seinen Männern: "Seht, da steht Jackson wie eine Steinmauer!" Jackson bekam einen neuen Namen an diesem Tag: Thomas "Stonewall" Jackson. Die Geschichte erinnert sich an sein Mut, aber es war auch Verzweiflung — er wusste, dass sein Heer ohne Verstärkung verloren war.

Dann kam die Wende. Als die Union glaubte, bereits gewonnen zu haben, trafen Johnstons Truppen ein. Die Konföderierten griffen an. Die Unionssoldaten, viele von ihnen Anfänger ohne echte Kampferfahrung, begannen zu zerfallen. Dann wurde es zur Flucht. Der Weg zurück nach Washington verwandelte sich in Chaos — Soldaten warfen ihre Waffen weg, Kutschen kollidierten, die Zivilisten, die zum Picknick gekommen waren, fuhren in wilder Panik davon.

Erste Schlacht von Bull Run Beginnt — Manassas, Virginia, USA
Bild: Unknown · Public domain

Die Zahlen waren brutal: etwa 900 Tote auf jeder Seite, insgesamt 2.700 Verwundete. Für Amerika war es ein Schock. Das Land hatte gehofft, dass dieser Krieg kurz sein würde. An diesem Tag, auf diesem schlammigen Feld in Virginia, wurde klar, dass es Jahre dauern würde. Lincoln saß in seinem Büro und las die Berichte. Die schnelle Niederlage, die er verhindern wollte, hatte er erzwungen. Die Lektion war hart: In einem Krieg zwischen zwei Völkern gibt es keine kurzen Siege, nur längere Niederlagen.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/First Battle of Bull Run

Persönlichkeiten

Erste Premierministerin Vereidigt

Colombo, Ceylon

Erste Premierministerin Vereidigt — Colombo, Ceylon
Bild: United Press International (UPI) · Public domain

Die Witwe saß in einem weißen Sari, während die Monsunregen auf die Dächer von Colombo trommeln. Es war der 21. Juli 1960, und Sirimavo Bandaranaike war gerade zur Premierministerin von Ceylon gewählt worden — die erste Frau auf der Welt, die jemals ein Land anführte. Niemand hatte erwartet, dass ausgerechnet eine Witwe es sein würde.

Neun Monate zuvor war ihr Mann Solomon Bandaranaike, damals Premierminister, von einem buddhistischen Mönch erschossen worden. Ein Mönch. Die politische Welt Ceylons war in Chaos versinken. Solomon hatte sich für die singhalesische Sprache und gegen die englische Elite eingesetzt, hatte die Kolonialordnung angegriffen — und wurde dafür ermordet. Das Land war zerrissen zwischen denjenigen, die seinen Kurs fortsetzen wollten, und denjenigen, die Angst hatten.

Sirimavo war 44 Jahre alt und hatte keine politische Erfahrung. Sie war die Ehefrau eines Politikers gewesen, nicht selbst eine. Die Parteien wussten, dass sie verlieren würden, wenn sie jemand anderen wählten. Also wählten sie sie — nicht weil sie glaubten, dass sie regieren konnte, sondern weil ihr Name noch warm war vom Tod ihres Mannes. Der Trauer würde Stimmen bringen.

Erste Premierministerin Vereidigt — Colombo, Ceylon

Das ist die unbequeme Wahrheit, die selten erzählt wird: Sie kam an die Macht, weil ein Attentat die Tür öffnete. Aber was sie dann tat, war nicht das Werk einer Witwe, die Platzhalter spielte.

Ihre erste Amtshandlung war typisch. Sie übernahm die Wirtschaftspolitik ihres Mannes, verstaatlichte die Buslinien, beschlagnahmte Land von britischen Plantagenbesitzern, trieb die Singhalesisierung voran. Sie machte genau das, was die Wähler erwartet hatten — nur mit einer Entschlossenheit, die niemand bei einer Frau erwartet hatte, die gerade ihren Mann begraben hatte.

Erste Premierministerin Vereidigt — Colombo, Ceylon
Bild: Anuradha Dullewe Wijeyeratne, 168 / 7, Inner Flower Road, Colombo 7, Sri Lanka. E - Mail : anuradha.wijeyeratne@gmail.co · Public domain

In Washington und London schrieb man das Ganze ab. Eine Witwe, eine Übergangsfigur, die bald wieder verschwinden würde. Aber Sirimavo regierte 18 Jahre, in zwei separaten Amtszeiten. Sie war nicht die erste weibliche Premierministerin, weil die Welt bereit für Frauen war — sie war es, weil ein Mord eine Lücke schuf, und weil die Wähler merkten, dass eine Frau, wenn man sie nur ließ, genauso hart regieren konnte wie ein Mann.

Die Ironie liegt nicht nur darin, dass sie durch Tragödie an die Macht kam. Sie liegt auch darin, dass die Welt sie vergaß. Margaret Thatcher wurde zur Ikone des Feminismus. Indira Gandhi auch. Sirimavo Bandaranaike — die erste, die es überhaupt tat — blieb eine Fußnote. Vielleicht weil sie zu früh kam, zu weit weg, in einem Land, das die westliche Welt kaum beachtete. Oder vielleicht, weil eine Frau, die regierte wie ein Mann, weniger interessant ist als eine, die regiert wie eine Rebellion.

Am 21. Juli 1960 klopfte der Monsun gegen die Fenster des Parlaments in Colombo. Eine Witwe schwor einen Eid, den niemand erwartet hatte, dass sie halten könnte. Und die Welt schaute nicht hin.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Sirimavo Bandaranaike

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