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Politik & Staat

Taira-Clan flieht mit Kaiser Antoku im Genpei-Krieg

Japan

Taira-Clan flieht mit Kaiser Antoku im Genpei-Krieg — Japan
Bild: Artist: Fujiwara Tamenobu (藤原為信 - ためのぶ) and Takenobu (豪信 たけのぶ) (both dates of birth and death unknown). Late Kamakura pe · Public domain

Manchmal, wenn die Dinge am besten laufen, ist der Moment gekommen, sich Sorgen zu machen. Die Familie Taira, jene einst so aufstrebende Kriegerfamilie aus dem fernen japanischen Osten, hatte es geschafft. Sie herrschten. Nicht nur über Lehen und Ländereien, sondern über das Kaiserhaus selbst. Ihr Ahnherr, Taira no Kiyomori, hatte das Land nach seinem Willen geformt, seine Töchter in die kaiserliche Linie verheiratet und schließlich, im Jahr 1180, seinen zweijährigen Enkel, Prinz Tokihito, als Kaiser Antoku auf den Chrysanthementhron gesetzt. Eine Machtdemonstration, so dreist, dass sie beinahe elegant wirkte. Kiyomori selbst war nicht nur Großwesir, sondern auch der eigentliche Regent, eine Position, die er mit einer Mischung aus rücksichtsloser Effizienz und gelegentlicher Arroganz ausfüllte. Kyoto, die Hauptstadt, war ihre Stadt. Die Welt, so schien es, war Taira-farben lackiert. Eine scheinbar unverrückbare Ordnung.

Drei Jahre später, am 14. August 1183, war von dieser Pracht nicht viel übrig. Es war ein chaotischer Aufbruch, ein Wettlauf gegen die Zeit und eine bittere Ironie. Taira no Munemori, Kiyomoris Sohn und nun Oberhaupt des Clans, führte nicht etwa eine triumphierende Armee. Er führte eine Flucht. Mit ihm, auf der Flucht vor den siegreichen Minamoto-Rebellen, war der fünfjährige Kaiser Antoku. Und nicht nur der Kaiser. Die Taira hatten auch die drei kaiserlichen Insignien Japans mitgenommen: das Schwert Kusanagi, den Spiegel Yata no Kagami und das Juwel Yasakani no Magatama. Symbole der göttlichen Legitimität des Kaisers, älter als die Geschichte selbst, nun Beute in den Händen von Verlierern.

Was war geschehen? Eine ganze Menge, und das sehr schnell. Die Minamoto, uralte Rivalen der Taira und ebenfalls eine Kriegerfamilie mit kaiserlichen Wurzeln, hatten sich erhoben. Eine Rebellion, die zunächst wie ein Strohfeuer aussah, hatte sich in einen Flächenbrand verwandelt. Die entscheidende Wende kam im Juni desselben Jahres, als Minamoto no Yoshinaka, ein Cousin von Minamoto no Yoritomo, die Taira in der Schlacht am Kurikara-Pass vernichtend schlug. Die Taira-Armee, die einst so unbesiegbar schien, wurde in einem blutigen Gemetzel aufgerieben. Yoshinaka, der „Sonnenaufgangs-General“, rückte auf Kyoto vor, mit einer Wucht, die den Taira den Atem raubte.

Munemori stand vor einer Wahl, die eigentlich keine war. Entweder man stellte sich den Minamoto in Kyoto zum Kampf und riskierte, dass der kaiserliche Hof zu einem Schlachtfeld wurde – und damit die eigene Legitimität vollständig zerbrach. Oder man floh, in der Hoffnung, sich im Westen neu sammeln zu können. Er wählte die Flucht. Aber nicht ohne die entscheidende Trumpfkarte: den jungen Kaiser und die Insignien. Die Taira glaubten, ohne diese Symbole könnten die Minamoto keinen rechtmäßigen Kaiser einsetzen. Eine verzweifelte, aber strategisch nicht unkluge Überlegung.

Die Szene muss surreal gewesen sein. Die einst mächtigsten Männer Japans, ihre Familien, der Kindkaiser und die heiligsten Objekte des Landes, flohen Hals über Kopf aus der Hauptstadt. Kyoto, jene Metropole, die sie so lange dominiert hatten, lag nun offen für ihre Feinde. Eine Epoche, die man für ewig hielt, war über Nacht ausgelöscht. Die Taira wurden zu Gejagten, ihr glamouröses Leben im Palast tauschten sie gegen eine ungewisse Existenz auf See und in den westlichen Provinzen. Sie würden noch zwei Jahre lang Widerstand leisten, um ihre Vision eines Japan unter Taira-Herrschaft kämpfen. Aber der Tag, an dem sie Kyoto mit dem Kaiser und den Schätzen verließen, war der Tag, an dem der Vorhang für ihr glorreiches Reich fiel. Die Minamoto marschierten kurz darauf in eine leere Hauptstadt ein und fanden dort lediglich eine entthronte Macht vor, die sie mit einem neuen Kaiser füllen mussten – eine Aufgabe, die sich als politisch heikler erwies, als man zunächst annahm.

Die drei Heiligen Schätze Japans werden bis heute als Symbole der kaiserlichen Macht verehrt, obwohl das Schwert Kusanagi seit der letzten großen Schlacht zwischen Taira und Minamoto als verschollen gilt. Bis heute weiß niemand genau, wo es ist.

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Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Taira no Munemori

Krieg & Konflikt

Irische Truppen gewinnen Schlacht am Yellow Ford

Yellow Ford, Ireland

Irische Truppen gewinnen Schlacht am Yellow Ford — Yellow Ford, Ireland
Bild: Jacobfrid · CC BY-SA 4.0

Der Geruch von nassem Moor und der schwere, süße Duft von Heidekraut hing an diesem Augustmorgen des Jahres 1598 in der Luft. Ein feiner Nebel, der über dem Fluss Callan tanzte, löste sich langsam auf und enthüllte ein Terrain, das selbst einem ortskundigen Iren Respekt abnötigte: hügelig, zerklüftet, durchzogen von kleinen Sümpfen und dichten Wäldern. Eine Kulisse, die so unschuldig wirkte, aber seit Monaten für die englischen Besatzer zu einer Todesfalle geworden war.

Seit drei Jahren tobte der Neunjährige Krieg, ein erbitterter Kampf um Irlands Unabhängigkeit von der englischen Krone. Hugh O'Neill, der Earl of Tyrone, hatte die irischen Clans zu einer überraschend effektiven Streitmacht geformt, die die englischen Garnisonen immer wieder in Schach hielt. Die Engländer, überzeugt von ihrer militärischen Überlegenheit, unterschätzten die Iren systematisch. Doch O'Neill hatte aus englischen Deserteuren und kontinentalen Söldnern eine moderne Armee geformt, bewaffnet mit Musketen und Piken, diszipliniert und kampfbereit.

An diesem 14. August marschierte eine englische Expeditionstruppe, angeführt von Sir Henry Bagenal, in Richtung der Festung Armagh. Bagenal, ein Mann von stoischer Loyalität zur Krone und tiefem Groll gegen O'Neill – dessen Frau seine Schwester war, die gegen seinen Willen geheiratet hatte – führte rund 4.000 erfahrene Soldaten, darunter 3.500 Infanteristen und 500 Kavalleristen. Sie sollten die Belagerung von Armagh aufheben, wo eine kleine englische Garnison von O'Neills Truppen eingeschlossen war. Ihre Route führte sie direkt auf den Gelben Furt (Yellow Ford) am Fluss Callan zu, einen Engpass, den O'Neill sorgfältig ausgewählt hatte.

Irische Truppen gewinnen Schlacht am Yellow Ford — Yellow Ford, Ireland
Bild: AnonymousUnknown author · Public domain

Was die Engländer nicht wussten, war, dass O'Neill mit etwa 4.500 Männern, gut versteckt in den dichten Wäldern und Sümpfen beiderseits des Weges, wartete. Die irischen Schützen waren in flachen Schützengräben positioniert, die sie unbemerkt ausgehoben hatten. Als die englische Vorhut die Furt erreichte und zu überqueren begann, brach die Hölle los. Ein Hagel aus Musketenkugeln und Pfeilen prasselte auf die dicht gedrängten Reihen der Engländer nieder. Ihre Formationen, die in diesem schwierigen Gelände ohnehin schon zerfielen, wurden auseinandergerissen.

Bagenal, der die Hauptkolonne führte, versuchte verzweifelt, seine Männer zu sammeln. Doch die irischen Angreifer, geführt von O'Neill persönlich, stürmten aus ihren Verstecken. Die Schlacht entwickelte sich zu einem blutigen Nahkampf im sumpfigen Terrain. Eine Kanone der Engländer explodierte, was zusätzliche Panik auslöste. Sir Henry Bagenal selbst wurde von einer Musketenkugel in den Kopf getroffen, als er seinen Helm lüftete, um bessere Sicht zu haben – eine Ironie des Schicksals, dass der Tod ausgerechnet von den Waffen kam, die O'Neill seinen Männern beigebracht hatte zu führen. Sein Tod beendete nicht nur sein Leben, sondern auch die moralische Integrität der englischen Führung in dieser Schlacht.

Irische Truppen gewinnen Schlacht am Yellow Ford — Yellow Ford, Ireland
Bild: Irish confederacy · Public domain

Die englischen Truppen zerfielen in Panik und flohen. Rund 1.500 bis 2.000 englische Soldaten fanden an diesem Tag den Tod oder wurden verwundet; andere ertranken im Callan. Die Iren erbeuteten elf Fahnen, sämtliche Artillerie und die gesamten Vorräte. Es war die verheerendste Niederlage, die die Engländer in Irland seit Jahrhunderten erlitten hatten. Der Sieg am Yellow Ford war ein Triumph für O'Neill und gab dem irischen Widerstand einen gewaltigen Schub. Er zeigte, dass ein scheinbar unterlegener Gegner, gut geführt und mit strategischem Verstand, die beste Militärmacht der Zeit empfindlich treffen konnte. Für die englische Krone war es ein Schock, der die Notwendigkeit einer massiven Verstärkung ihrer Truppen auf der Insel auf bittere Weise unterstrich.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Nine Years' War (Ireland)

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