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Krieg & Konflikt

Arabische Eroberungen etablieren islamische Herrschaft in der Levante

Levant

Arabische Eroberungen etablieren islamische Herrschaft in der Levante — Levant
Bild: Jean-Léon Gérôme · Public domain

An jenem schwülen Augusttag des Jahres 636, als die Sonne über dem Yarmuk-Fluss wie ein Schmelzofen brannte, stand die Welt am Scheideweg. Die byzantinische Armee, ein buntes Mosaik aus kaiserlichen Legionen, armenischen Kontingenten und arabischen Ghassaniden-Söldnern, zählte möglicherweise über 100.000 Mann. Sie war der Inbegriff der Macht, des Erbes und der unerschütterlichen Autorität, die das Römische Reich seit Jahrhunderten im Nahen Osten verkörperte. Unter dem Befehl des Generals Vahan blickten sie mit einer Mischung aus Ungeduld und Verachtung auf die staubige, zahlenmäßig weit unterlegene Armee, die sich ihnen entgegenstellte – eine lose Ansammlung von vielleicht 25.000 bis 40.000 Wüstenkriegern. Die Byzantiner, gestählt durch Jahrzehnte der Kriege gegen die Sassaniden, waren überzeugt, dass dieser neue, irritierende Dorn im Fleisch des Reiches schnell entfernt werden würde. Das war der Plan. Das war die Normalität. Und genau das würde an diesem Tag zerschmettert werden.

Wenige Tage zuvor hatte die Levante noch unangefochten zum byzantinischen Reich gehört. Antiochia war eine Metropole des Geistes, Jerusalem ein heiliger Wallfahrtsort und Damaskus ein pulsierendes Handelszentrum, allesamt fest in der Hand des Kaisers Herakleios, der erst kürzlich als Triumphator über die Perser gefeiert worden war. Die Bewohner dieser fruchtbaren Länder, viele von ihnen Christen, lebten unter der vertrauten griechisch-römischen Ordnung, zahlten ihre Steuern nach Konstantinopel und sahen in der byzantinischen Präsenz eine ewige Konstante. Das Leben, so schien es, würde seinen gewohnten Gang nehmen, während die fernen Wüstenstämme ihre internen Querelen ausfechten durften.

Doch Khalid ibn al-Walid, genannt „Das Schwert Allahs“, dachte nicht an Querelen. Er dachte an Flankenmanöver, an die psychologische Kriegsführung der Wüste und an den unerbittlichen Druck. Während die Byzantiner ihre beeindruckende Front aufbauten, nutzte Khalid das unwegsame Gelände des Yarmuk-Tals und die Deckung der frühen Morgenstunden. Er teilte seine Kavallerie, die leichtfüßige „Fliegende Kolonne“, in mobile Einheiten auf, die an entscheidenden Stellen zuschlagen und sich wieder zurückziehen konnten, um dann an anderer Stelle erneut zu erscheinen. Ein genialer Schachzug, der die weitaus größere byzantinische Armee in Verwirrung stürzte und ihre zahlenmäßige Überlegenheit nutzlos machte. Die Byzantiner kämpften tapfer, ihre Disziplin war legendär, doch die Hitze, der Staub und die unvorhersehbaren Angriffe zermürbten sie.

Arabische Eroberungen etablieren islamische Herrschaft in der Levante — Levant
Bild: Adli Wahid Minor modifications made by Basile Morin, from the original version. · CC BY-SA 4.0

Am letzten Tag des Kampfes, dem 20. August, als ein gewaltiger Sandsturm die Sicht nahm und die Luft zum Atmen dick und schwer machte, setzte Khalid zum entscheidenden Schlag an. Seine Reiterei umzingelte die linke Flanke der Byzantiner, schnitt ihnen den Rückzug über die einzige Brücke ab und drängte sie in die tiefen Schluchten des Yarmuk. Die einst so stolze Armee verwandelte sich in eine panische Masse, die in die Tiefe stürzte oder unter den Schwertern der Araber fiel. Von den Zehntausenden, die in den Kampf zogen, sollten vielleicht ein Zehntel überleben. Kaiser Herakleios, der aus der Ferne von Homs das Desaster erlebte, soll gesagt haben: „Lebe wohl, Syrien, und was für ein wunderbares Land du für den Feind bist.“

Mit einem Schlag war die byzantinische Herrschaft in Syrien und Palästina gebrochen. Die Wüstenkrieger, die man belächelt hatte, waren nun die Herren des Landes. Klöster wurden zu Moscheen, byzantinische Verwaltungsstrukturen wichen neuen. Die Welt hatte sich nicht nur verändert, sie war über Nacht neu geordnet worden. Der Weg für eine neue Zivilisation war geebnet, und das Echo dieses Sandsturms sollte noch Jahrhunderte lang die Geschichte des Mittelmeerraumes prägen."

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Muslims

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Schlacht bei Lens: Letzte große Auseinandersetzung des Dreißigjährigen Krieges

Lens, France

Schlacht bei Lens: Letzte große Auseinandersetzung des Dreißigjährigen Krieges — Lens, France
Bild: Giogo · CC BY-SA 4.0

Der Herbst 1648 schickte seine ersten Boten über die Felder von Lens, doch die Luft vom 20. August war noch schwer von der Hitze des Sommers und dem Geruch des Todes, der die letzten dreißig Jahre über Europa gehangen hatte. Die Verhandlungen in Münster und Osnabrück zogen sich wie Kaugummi, doch die diplomatischen Scharmützel waren nur der blasse Abklatsch dessen, was auf den Schlachtfeldern noch entschieden werden sollte. Während die Staatsmänner sich in Wortgefechten erschöpften, bereitete sich in Nordfrankreich ein Feldherr auf eine letzte, entscheidende Geste vor.

Es war der junge Louis II. de Bourbon, der Prinz von Condé, damals gerade 27 Jahre alt, dessen Ruf als brillanter Taktiker bereits vor ihm herauseilte. Er stand einer spanischen Armee gegenüber, die unter Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich operierte und in zahlenmäßiger Überlegenheit wähnte. Die Spanier, kampferprobt und selbstbewusst, nahmen eine scheinbar undurchdringliche Stellung ein, gesichert durch Sümpfe und dichte Wälder. Ein Frontalangriff wäre Selbstmord gewesen. Condé wusste das. Die Frage war, ob die Spanier es auch wussten.

Condé spielte ein gefährliches Spiel. Er befahl seinen Truppen, sich vor den Augen der Spanier in scheinbarer Unordnung zurückzuziehen. Ein Schimmer von Gold und Stahl zog sich fluchtartig über das offene Gelände, Staubwolken stiegen auf. Die spanischen Befehlshaber, durch jahrelange Kriege zermürbt und übermütig, sahen darin eine Bestätigung ihrer Überlegenheit, eine panische Flucht des Gegners. Sie glaubten, der Krieg sei so gut wie gewonnen und stürmten vor, um die vermeintlich fliehenden Franzosen zu verfolgen. Sie zerbrachen ihre eigene sorgfältig gewählte Verteidigungslinie, rissen Lücken in ihre Formationen und eilten dem scheinbar leichten Sieg entgegen. Dieser Moment der Hybris war Condés Köder.

Schlacht bei Lens: Letzte große Auseinandersetzung des Dreißigjährigen Krieges — Lens, France
Bild: Franciscus van der Steen · Public domain

Was folgte, war keine Flucht, sondern eine perfekt inszenierte Falle. Condés Kavallerie, die zuvor den Rückzug gedeckt hatte, drehte plötzlich um. Die französischen Infanteriebataillone, sorgfältig versteckt, entfalteten sich mit atemberaubender Präzision. Die spanische Kavallerie, die ihre Infanterie im Eifer des Gefechts weit hinter sich gelassen hatte, wurde von den zurückkehrenden Franzosen eingekesselt und zerschlagen. Der Erzherzog, der seine Truppen in die Verfolgung getrieben hatte, musste hilflos zusehen, wie seine Front auseinandergerissen wurde. Die Schlacht verwandelte sich in ein Gemetzel. Rund 5.000 spanische Soldaten fanden den Tod, weitere 5.000 gerieten in Gefangenschaft. Die Franzosen verloren kaum mehr als 1.500 Mann – ein erschütterndes Missverhältnis, das die taktische Brillanz Condés unterstrich.

Die Nachricht von der Katastrophe bei Lens erreichte die Verhandlungstische in Westfalen wie ein Hammerschlag. Die Spanier, die bis dahin noch auf eine militärische Wende gehofft hatten, sahen sich nun einer bitteren Realität gegenüber. Ihre letzte große Armee in den südlichen Niederlanden war zerschlagen, ihre Position am Verhandlungstisch hoffnungslos geschwächt. Der Friedensvertrag, der am 24. Oktober 1648 unterzeichnet werden sollte und als Westfälischer Friede in die Geschichte einging, war nicht allein das Ergebnis dieser Schlacht, aber Lens war der finale Nagel im Sarg der spanischen Machtansprüche.

Schlacht bei Lens: Letzte große Auseinandersetzung des Dreißigjährigen Krieges — Lens, France
Bild: Unidentified painter · Public domain

Interessanterweise war Condé selbst über die genauen Auswirkungen seiner Schlacht überrascht. Er hatte lediglich eine weitere Schlacht gewonnen, um Frankreichs Position zu festigen, nicht das Ende eines dreißigjährigen Martyriums herbeizuführen. Ein alter spanischer Soldat bemerkte später resigniert: „Der Prinz hat uns den Frieden gebracht.“ Manchmal braucht es die blutigste aller Argumente, um die Diplomaten zur Eile anzutreiben. Die Kanonen von Lens sprachen eine Sprache, die selbst die hartnäckigsten Verhandlungsführer nicht ignorieren konnten, und so wurde die letzte große Militäroperation des Dreißigjährigen Krieges zum unfreiwilligen Geburtshelfer eines neuen Europas. Ein Europa, das, wie sich zeigen sollte, nicht wirklich bereit für den Frieden war, den es so lange ersehnt hatte.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Battle of Lens

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