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Krieg & Konflikt

Portugal erobert Ceuta und leitet das Zeitalter der Entdeckungen ein

Ceuta

Portugal erobert Ceuta und leitet das Zeitalter der Entdeckungen ein — Ceuta
Bild: Nuno Gonçalves · Public domain

Es war der 21. August 1415, und die Luft über Ceuta war dick von der feuchten Hitze des Sommers und dem unheilvollen Geruch von Salz und Angst. Auf den Dächern der Stadt, jener uneinnehmbaren Festung am Eingang zum Mittelmeer, warteten die Mariniden. Unten im Hafen, eine Armada von über 200 portugiesischen Schiffen, eine schwimmende Stadt aus Holz und Segeln, die nicht nur Männer, sondern auch das Schicksal einer ganzen Nation geladen hatte. Inmitten dieser Flotte, auf einem der Kriegsschiffe, stand ein 21-jähriger Prinz, Heinrich, der dritte Sohn des portugiesischen Königs Johann I. Dies war sein Moment, seine Feuertaufe, sein Sprungbrett in eine Welt, die er noch nicht kannte, aber zu erobern träumte. Seine Hände mögen feucht gewesen sein, aber sein Blick war fest auf die Stadt gerichtet, die bald fallen sollte. Er war hier nicht nur als Prinz, sondern als einer der Anführer eines Raubzugs, der als Kreuzzug getarnt war.

Die portugiesische Flotte, eine beeindruckende Ansammlung von Karacken, Galeeren und Barken, war nicht heimlich aus Lissabon ausgelaufen. Ganz im Gegenteil: König Johann I. hatte wochenlang eine Invasion in die Bretagne vorgetäuscht, um die Spanier zu täuschen. Doch die wahre Beute lag näher, direkt jenseits der Straße von Gibraltar. Ceuta, der glitzernde Diamant Nordafrikas, war seit Jahrhunderten ein Zentrum des Handels und der Piraterie, ein Tor zu den Goldrouten der Sahara. Die Stadt war reich, ihre Mauern hoch, ihre Verteidiger, angeführt vom Gouverneur Salah ibn Salah, waren erfahren. Doch die Portugiesen hatten einen Überraschungsmoment, der mehr wert war als tausend Belagerungstürme.

Als die ersten Sonnenstrahlen des 21. August durch den Dunst brachen, waren die Mariniden in Ceuta noch im Morgengebet vertieft, oder schliefen gar. Sie hatten eine so große Flotte erwartet, aber ihre Ankunft so früh am Morgen hatte sie unvorbereitet getroffen. Die portugiesischen Soldaten, insgesamt etwa 45.000 Männer – eine gigantische Zahl für die damalige Zeit, die mehr als ein Viertel der gesamten männlichen Bevölkerung Portugals im wehrfähigen Alter umfasste – stürmten an Land. Unter ihnen war nicht nur Prinz Heinrich, sondern auch seine älteren Brüder Duarte und Pedro, alle begierig darauf, sich die Sporen zu verdienen und die Ritterwürde zu erlangen. Für sie war dies kein bloßer Kriegszug, sondern ein ritueller Übergang ins Erwachsenenalter, ein Spektakel der Männlichkeit und des Glaubens.

Portugal erobert Ceuta und leitet das Zeitalter der Entdeckungen ein — Ceuta
Bild: [2] · Public domain

Die Verteidiger Ceutas, aus dem Schlaf gerissen, eilten zu den Mauern, doch es war zu spät. Prinz Heinrich war einer der Ersten, die die Mauern erklommen, ein wagemutiger Akt, der ihm später den Ruf eines tapferen Kämpfers einbringen sollte. Die Kämpfe in den engen Gassen der Stadt waren brutal und chaotisch. Männer rangen Mann gegen Mann, das Klirren von Stahl hallte wider, gemischt mit Schreien und Gebeten. Die Bevölkerung der Stadt, überrumpelt und dem Massaker ausgeliefert, floh in Panik. Der Reichtum, den die Portugiesen vorfanden, übertraf ihre kühnsten Erwartungen: Gold, Silber, Gewürze, Seiden, die Beute war immens. Nach nur einem Tag war die Stadt gefallen.

Die Eroberung von Ceuta war ein durchschlagender Erfolg, der Prinz Heinrich seinen Beinamen einbrachte, den er bis heute trägt: „der Seefahrer“. Doch die Ironie der Geschichte ist oft scharf. Heinrich hatte gehofft, durch Ceuta direkten Zugang zu den Gold- und Sklavenrouten Afrikas zu erhalten, ohne die muslimischen Zwischenhändler. Stattdessen aber verlegten diese ihre Routen einfach nach anderen Häfen. Ceuta wurde zu einem kostspieligen Außenposten, der Portugal jahrhundertelang Unsummen an Geld und Menschenleben kosten sollte, um ihn zu halten. Es war nicht das Tor zum Reichtum, das er sich erhofft hatte, sondern ein Loch in der Staatskasse, das den Prinzen zwang, noch weiter nach neuen Wegen zu suchen – Wegen, die ihn schließlich dazu bringen sollten, Schiffe entlang der afrikanischen Küste zu schicken und damit das Zeitalter der Entdeckungen einzuleiten, das Europa und die Welt für immer verändern sollte. Eine ungeplante, teure Umleitung auf dem Weg zum Ruhm.

Portugal erobert Ceuta und leitet das Zeitalter der Entdeckungen ein — Ceuta
Bild: Manuel de Sousa · Public domain

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Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Prince Henry the Navigator

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Pueblo-Aufstand erobert Santa Fe und vertreibt die Spanier

Santa Fe

Pueblo-Aufstand erobert Santa Fe und vertreibt die Spanier — Santa Fe
Bild: Department of the Interior · Public domain

Die Sonne brennt unbarmherzig auf die Lehmfestung von Santa Fe herab. Tagelang schon. Innerhalb der Mauern, die eigentlich Schutz bieten sollten, herrscht eine beinahe unerträgliche Stille, unterbrochen nur vom Wimmern der Verwundeten und dem Flüstern der Gebete. Der 21. August 1680 ist angebrochen, und für die spanischen Siedler und Soldaten in Neu-Mexiko tickt die Uhr nicht mehr nur langsam – sie rast. Draußen, in einem Halbkreis, der sich täglich enger um sie zieht, warten die Pueblo-Krieger. Es sind Tausende. Und sie haben die Wasserzufuhr gekappt. Eine kleine, aber entscheidende Geste, die den Lauf der Dinge heute unwiderruflich ändern wird.

Fünf Tage zuvor hatte der Aufstand, vom charismatischen Anführer Popé geplant und koordiniert, wie ein Lauffeuer die spanischen Siedlungen erfasst. Ein Aufstand, der so unmöglich schien wie ein Fluss, der bergauf fließt. Seit fast einem Jahrhundert hatten die Spanier – mit ihrem Gott, ihren Musketen und einer oft erschreckenden Arroganz – die Pueblo-Völker unterjocht. Sie hatten ihre Rituale verboten, ihre Priester ausgepeitscht und ihre Arbeitskraft gnadenlos ausgebeutet. Wer hätte gedacht, dass eine solche Unterdrückung nicht zu ewiger Unterwerfung, sondern zu einer sorgfältig orchestrierten Explosion führen könnte? Die Spanier, offensichtlich. Sie hatten bis zuletzt an ihre absolute Dominanz geglaubt.

Don Antonio de Otermín, der Gouverneur von Neu-Mexiko, blickt über die Köpfe seiner verbleibenden 1.000 Landsleute hinweg. Frauen, Kinder, Soldaten – alle zusammengepfercht im Gouverneurspalast und der angrenzenden Kirche. Sie sind umzingelt von geschätzten 2.500 bis 3.000 Pueblo-Kriegern. Ein schier aussichtsloses Unterfangen. Die letzten Vorräte schwinden, die Brunnen sind versiegt. Die Moral ist am Boden. Ein Pueblo-Bote hatte ihnen zuvor angeboten, das Gebiet zu verlassen, wenn sie Buße täten und „ihren Gott ablegten“. Eine Geste, die Otermín als Anmaßung empfand – aber auch als einen letzten Hoffnungsschimmer, den er nicht nutzen konnte. Man ist ja stolz. Und katholisch.

Pueblo-Aufstand erobert Santa Fe und vertreibt die Spanier — Santa Fe
Bild: Nikater · Public domain

Um die Mittagszeit, als die Hitze am schlimmsten ist und die Kräfte schwinden, fällt die Entscheidung. Es gibt keine andere Wahl. Entweder man stirbt hier langsam vor Durst und Hunger, oder man stirbt ehrenvoll im Kampf. Otermín befiehlt den Ausbruch. Es ist ein verzweifelter Stoß, keine geplante Offensive. Die spanischen Reiter formieren sich, ihre Lanzen gesenkt. Die Fußsoldaten, die wenigen, die noch kampffähig sind, folgen ihnen. Sie stürmen aus dem Fort, die Sonne blendet sie, der Staub wirbelt auf. Es ist ein schockierender Anblick für die belagernden Pueblo-Krieger, die mit einem langsamen Verdursten gerechnet hatten. Aber sie sind vorbereitet.

Die Pueblo-Krieger halten stand. Sie sind nicht die unorganisierten Wilden, für die die Spanier sie so lange gehalten hatten. Sie kämpfen mit einer Entschlossenheit, die aus Jahrzehnten der Demütigung geboren wurde. Pfeile zischen, Steine fliegen. Die Spanier kämpfen sich durch, es ist kein Sieg, sondern ein verzweifeltes Durchbrechen der Linien. Sie verlieren Dutzende Männer, aber sie schaffen es, sich einen Weg freizukämpfen. Der Preis ist hoch. Von den ursprünglich 2.500 Spaniern in der gesamten Provinz haben fast 400 – darunter 21 der 33 Missionare – ihr Leben verloren. In den nächsten Tagen ziehen sich die Überlebenden nach El Paso del Norte zurück, ihre „Hauptstadt“ in den Händen derer, die sie zu beherrschen geglaubt hatten. Santa Fe ist frei. Für die nächsten zwölf Jahre. Ein kleiner, aber unvergesslicher Moment in der Geschichte, in dem das Unmögliche plötzlich sehr real wurde.

Pueblo-Aufstand erobert Santa Fe und vertreibt die Spanier — Santa Fe
Bild: John Phelan · CC BY-SA 3.0

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Pueblo peoples

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