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Technik

Apollo und Sojus docken im All an

Earth orbit

Apollo und Sojus docken im All an — Earth orbit
Bild: R. Bruneau · Public domain

Im Juli 1975 schwebten zwei Raumkapseln aufeinander zu, und niemand war sich sicher, ob sie sich berühren würden, ohne sich gegenseitig zu zerstören. Das war der Punkt: Amerikaner und Sowjets hatten noch nie versucht, ihre Raumschiffe zu docken. Sie wussten nicht wirklich, wie man es machte.

Thomas P. Stafford war 45 Jahre alt, ein ehemaliger Testpilot aus Oklahoma mit dem Gesicht eines Mannes, der zu viel Zeit in zu engen Kapseln verbracht hatte. Wladimir Kubasow, 37, ein sowjetischer Ingenieur und Raumfahrer, saß in der Soyuz. Sie kannten sich nicht persönlich. Ihre Länder hatten sich gerade noch mit Atomwaffen bedroht. Und jetzt sollten diese beiden Männer ihre Raumschiffe in einer Höhe von 225 Kilometern zusammenbringen – eine Geschwindigkeit von 28.000 Kilometer pro Stunde, ohne Fehlertoleranz.

Das Unmögliche daran war nicht die Entfernung. Es war die Kompatibilität. Amerikanische Raumschiffe verwendeten atmosphärische Luft zum Atmen. Sowjetische verwendeten reine Sauerstoffgemische. Wenn die Luken öffneten, würde ein giftiges Gas-Durcheinander entstehen. Deshalb bauten sie eine Schleuse – ein Zwischenraum, in dem die Atmosphären getrennt blieben. Ein sowjetischer Ingenieur namens Andrian Nikolajew entwarf einen Adapter, der beide Systeme verbinden konnte, ohne dass eines das andere kontaminierte. Es war nicht besonders elegant. Es war genial.

Apollo und Sojus docken im All an — Earth orbit
Bild: NASA · Public domain

Die Docking-Mechanik selbst war ein Meisterwerk der Fehlervermeidung. Die Apollo-Kapsel näherte sich mit einer Geschwindigkeit von 30 Zentimetern pro Sekunde – langsamer als ein spazierender Mensch. Es gab Kameras, Radaranlagen, Sichtlinien. Aber am Ende musste Stafford sein Raumschiff manuell steuern, während er durch ein kleines Fenster schaute und hoffte, dass die sowjetischen Ingenieure ihre Berechnungen richtig gemacht hatten. Sie hatten.

Die Docking-Ringe berührten sich um 12:09 Uhr UTC. Dann – und das war der Moment, in dem es hätte schiefgehen können – begannen die automatischen Verriegelungsmechanismen zu arbeiten. Metallhaken griffen ineinander. Druckausgleich. Ungefähr eine Minute später öffnete Stafford die innere Luke. Kubasow und sein Kommandant Alexej Leonow – ja, derselbe Leonow, der 1965 als erster Mensch im Weltall spaziert war – schwebten heraus.

Apollo und Sojus docken im All an — Earth orbit
Bild: Adam Cuerden · Public domain

Was folgte, war etwas, das die Welt noch nicht gesehen hatte: zwei Raumfahrer aus verfeindeten Ländern, die sich in der Schwerelosigkeit die Hand schüttelten. Leonow sagte: "Es ist ein großer Tag. Es ist ein Tag des Friedens." Stafford antwortete auf Russisch – er hatte monatelang die Sprache gelernt – mit einem Satz, den er immer wieder wiederholt hatte: "Mir schließt sich an." ("Frieden, Freunde.")

Die beiden Raumschiffe blieben 47 Stunden lang gekoppelt. Sie führten wissenschaftliche Experimente durch. Sie aßen zusammen. Sie scherzten. Und dann trennten sie sich wieder und kehrten nach Hause zurück – jedes Land in sein eigenes System, mit seinen eigenen Regeln, seinen eigenen Ängsten. Der Kalte Krieg endete nicht im Weltall. Aber für zwei Tage war der Weltall ein Ort, an dem Feinde zusammenarbeiten konnten.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Apollo-Soyuz Test Project

Krieg & Konflikt

USS Indianapolis sinkt im Pazifik

Philippine Sea

USS Indianapolis sinkt im Pazifik — Philippine Sea
Bild: Unknown authorUnknown author · Public domain

1200 Mann gingen ins Wasser. 317 kamen heraus.

Das Schlachtschiff USS Indianapolis war unsichtbar geworden. Am 30. Juli 1945, kurz nach Mitternacht, durchbohrte ein japanischer Torpedo die Schiffswand. Kein Alarm. Keine Durchsage. Die meisten der 1200 Besatzungsmitglieder erfuhren von der Katastrophe erst, als das Schiff unter ihnen zu sinken begann.

In der Pazifikflotte galt die Indianapolis als schnelles, modernes Schiff — ein Schwerer Kreuzer mit Geschützen, die aus 30 Kilometern Entfernung Ziele treffen konnten. Sie war gerade dabei, von Guam nach Leyte zu fahren, um Teile für die erste Atombombe zu transportieren. Diese Fracht — angereicherte Uran-235-Komponenten — war so wertvoll, dass die Marine das Schiff nicht mit einem Zerstörer-Geleit schickte. Eine merkwürdige Sparsamkeit. Die Navy sparte drei Schiffe und verlor eines.

USS Indianapolis sinkt im Pazifik — Philippine Sea
Bild: U.S. Navy photo 80-G-425615 · Public domain

Der japanische U-Boot-Kapitän Hashimoto Moshiaki feuerte zwei Torpedos ab. Einer verfehlte. Der zweite traf das Schiff mittschiffs, riss ein Loch, das man mit bloßem Auge sehen konnte. Der Kapitän der Indianapolis, Charles B. McVay III., befahl den Befehl zur Evakuierung. Aber das Schiff sank in nur 12 Minuten. Viel zu schnell. Tausend Männer sprangen ins schwarze Wasser, ohne Rettungsboote, ohne Flöße, ohne Plan.

Was folgte, war nicht ein Kampf gegen das Meer, sondern gegen etwas Älteres: Hunger und Wahnsinn. Die Überlebenden schwammen in lockeren Gruppen, eng beieinander, um die Körperwärme zu halten. Nach drei Tagen begannen die Haie zu kommen. Nicht viele — Pazifische Riffhaie, angezogen vom Blut — aber genug. Die Männer sahen die Flossen. Sie hörten die Schreie. Sie lernten, sich nicht zu bewegen, nicht zu zucken, nicht zu atmen, als wären sie bereits tot.

USS Indianapolis sinkt im Pazifik — Philippine Sea
Bild: Unknown authorUnknown author · Public domain

Die Marine suchte nicht nach ihnen. Ein Navigationsoffizier in Leyte notierte die Ankunftszeit der Indianapolis auf seiner Liste. Niemand bemerkte, dass das Schiff nie ankam. Vier Tage später — vier Tage im Wasser, ohne Wasser zu trinken, ohne Essen, mit Salzwasser, das in die Wunden leckte — entdeckte ein Flugzeug die Überlebenden rein zufällig. Der Pilot war auf einer Routinemission unterwegs.

Von den 1200 Männern starben 883. Die meisten nicht durch den Torpedo, sondern durch Dehydration, Unterkühlung und Haiangriffe. Das war die schlimmste Seekatastrophe in der Geschichte der US-Marine — und sie hätte verhindert werden können. Der Kapitän McVay wurde später vor Gericht gestellt und beschuldigt, sein Schiff fahrlässig verloren zu haben. Man verurteilte ihn. Erst Jahre später erfuhr die Öffentlichkeit, dass der verantwortliche U-Boot-Kapitän überlebt hatte, im Krieg gefangen genommen worden war, und dass die Marine selbst — mit ihrer merkwürdigen Sparsamkeit, ihrem merkwürdigen Vergessen — das eigentliche Schiff zum Sinken gebracht hatte.

McVay schoss sich 1968 selbst in den Kopf. Der Mann, der sein Schiff nicht hätte retten können, wurde für das Ertrinken bestraft.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/USS Indianapolis (CA-35)

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