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Entdeckungsreisen

Apollo-11-Mondlandung Die Riesenschritte der Menschheit

Moon (Sea of Tranquility)

Apollo-11-Mondlandung — Die Riesenschritte der Menschheit — Moon (Sea of Tranquility)
Bild: Neil A. Armstrong · Public domain

Neil Armstrong hätte fast seine erste Worte auf dem Mond nicht sagen können, weil die Funkverbindung zur Erde fast abgerissen wäre. Das ist nicht das Interessante an dieser Geschichte. Das Interessante ist, was danach geschah — und wie wenig davon jemand vorhersehen konnte.

Am 20. Juli 1969 betraten zwei Männer einen Ort, den kein Mensch je betreten hatte. Das war technisch beeindruckend. Aber die echte Geschichte begann erst, als sie wieder weg waren.

Vier Milliarden Menschen — fast zwei Drittel der damaligen Weltbevölkerung — sahen oder hörten von dieser Mondlandung. In der Sowjetunion verfolgten Menschen das Ereignis heimlich auf westlichen Radiosendern, obwohl es illegal war. In Nigeria sahen Kinder zum ersten Mal überhaupt einen Fernseher. In Australien standen Menschen in der Nacht auf, um live dabei zu sein. Es war nicht nur ein amerikanischer Moment — es war ein Moment, in dem die ganze Welt gleichzeitig aufschaute.

Das Problem: Die meisten Menschen wussten danach nicht, was sie damit anfangen sollten.

Apollo-11-Mondlandung — Die Riesenschritte der Menschheit — Moon (Sea of Tranquility)
Bild: NASA · Public domain

Die Raumfahrtindustrie hatte gehofft, dass eine erfolgreiche Mondlandung zu einer Explosion von Investitionen führen würde. Stattdessen sank das Budget der NASA innerhalb von fünf Jahren um 40 Prozent. Die Öffentlichkeit hatte das Ding sehen wollen — jetzt, wo es gesehen war, verloren sie das Interesse. Man könnte sagen, es war das teuerste Fernsehprogramm aller Zeiten: 280 Millionen Dollar für eine dreistündige Sendung, die einmal lief.

Aber etwas anderes passierte, das niemand so geplant hatte. Die Bilder der Erde vom Mond — dieser blaue, verletzlich aussehende Punkt vor der schwarzen Leere — veränderten etwas in den Köpfen der Menschen. Die Umweltbewegung, die gerade erst begann, bekam plötzlich ein Symbol. Wenn man die Erde aus dieser Entfernung sah, wirkte die Idee von Grenzen und Kriegen absurd. Die Erde sah aus wie ein fragiles Schiff, das durch die Dunkelheit treibt, und alle saßen darin zusammen.

Die Astronauten selbst spürten das unmittelbar. Armstrong und Aldrin kehrten zu Helden heim, aber viele von ihnen — nicht nur diese beiden — wurden melancholisch. Buzz Aldrin kämpfte später mit Depressionen. Das war nicht die Rückkehr zum normalen Leben, die er erwartet hatte. Man hatte ihm alles gegeben, was ein Mensch wollen konnte: Ruhm, Sicherheit, einen Platz in der Geschichte. Und doch fehlte ihm etwas. Die nächste große Sache gab es nicht.

Apollo-11-Mondlandung — Die Riesenschritte der Menschheit — Moon (Sea of Tranquility)
Bild: NASA · Public domain

Das Seltsame an der Mondlandung war also nicht das Ereignis selbst. Es war die Stille danach. Die Welt hatte die größte technologische Leistung gesehen, die Menschen je vollbracht hatten, und die Konsequenz war nicht mehr Raumfahrt, sondern weniger. Nicht mehr Träume von Mars und Venus, sondern Blicke zurück auf die Erde, auf das einzige Zuhause, das wir hatten.

Armstrong starb 2012. Auf seinem Grabstein stand keine Inschrift. Nicht mal sein Name. Nur ein Mond und ein paar Sterne.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Apollo 11

Politik & Staat

Nasser Nationalisiert den Suezkanal—Globale Krise ausgelöst

Port Said, Egypt

Nasser Nationalisiert den Suezkanal—Globale Krise ausgelöst — Port Said, Egypt
Bild: Fleet Air Arm official photographer · Public domain

Der Mann, der das Imperium zerbrach, war nicht in Port Said, als es geschah. Gamal Abdel Nasser saß in Kairo und las eine Rede vor, die er selbst geschrieben hatte – eine Ansprache, die an diesem 26. Juli 1956 um 18 Uhr begann und das britische Empire in den Westen trieb wie ein Domino, das niemand mehr aufhalten konnte. Aber das Interessante ist nicht die Rede. Das Interessante ist, dass Nasser den Suezkanal gar nicht nationalisieren wollte. Nicht wirklich. Nicht bis zu dem Moment, als die Amerikaner und Briten ihm sagten, er könne es nicht tun.

Der Kanal war britisch-französisches Eigentum, eine der wertvollsten Wasserstraßen der Welt. Täglich passierten Schiffe mit einer Million Tonnen Öl die schmale Passage zwischen Afrika und Asien. Ohne ihn hätte Europa Stunden länger um Afrika herumfahren müssen. Nasser wollte das Geld aus den Gebühren, um seinen Assuan-Staudamm zu bauen – ein Prestigeprojekt, das Ägypten modernisieren sollte. Er bat die Amerikaner um einen Kredit. Sie sagten nein. Die Briten sagten nein. Also kündigte er die Nationalisierung an – nicht aus Überzeugung, sondern aus Trotz.

Das war das Absurde an der ganzen Sache: Nasser versuchte, einen Kompromiss zu erzwingen. Stattdessen löste er eine Krise aus, die drei Länder zum Krieg führte. Großbritannien und Frankreich, beleidigt und wirtschaftlich panisch, planten heimlich mit Israel einen Angriff. Sie würden vorgeben, Israels Sicherheit zu schützen, während sie in Wahrheit den Kanal zurückeroberten. Die Operation sollte eine Woche dauern.

Nasser Nationalisiert den Suezkanal—Globale Krise ausgelöst — Port Said, Egypt
Bild: Wikimedia Commons · CC BY 2.5

Sie dauerte fünf Tage, bevor die Sowjetunion und Amerika, damals seltsame Verbündete in dieser Frage, Druck ausübten. Die Briten zogen ab. Die Franzosen zogen ab. Israel zog ab. Nasser, der militärisch verloren hatte, war politisch unbesiegbar. Er hatte sich dem Westen widersetzt und überlebt. Das war alles, was zählte.

Die wirkliche Überraschung kam später. Nasser führte den Kanal tatsächlich selbst – und tat es besser. Die Briten hatten ihn 88 Jahre lang betrieben. Unter ägyptischer Verwaltung floss der Verkehr genauso reibungslos, die Einnahmen stiegen, und kein britischer Admiral musste mehr eine Anordnung geben. Das Imperium hatte geglaubt, es sei unverzichtbar. Es war nicht.

Nasser Nationalisiert den Suezkanal—Globale Krise ausgelöst — Port Said, Egypt
Bild: NASA astronaut · Public domain

Das Seltsame war nicht der Krieg. Das Seltsame war, dass Nasser recht hatte. Ein Mann, der aus Frustration handelte, schuf eine neue Realität, in der die alte Ordnung plötzlich obsolet wirkte. Die Briten hatten versucht, Geschichte zu schreiben. Stattdessen schrieben sie das Ende ihrer eigenen.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Suez Crisis

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