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Krieg & Konflikt

Enola Gay startet zu Hiroshima und leitet das Atomzeitalter ein

Tinian Island, Pacific Ocean

Enola Gay startet zu Hiroshima und leitet das Atomzeitalter ein — Tinian Island, Pacific Ocean
Bild: Photo taken by 509th photographer Pfc. Armen Shamlian. · Public domain

Ein B-29-Bomber namens Enola Gay startete um 2:45 Uhr morgens von einer Landebahn aus Tinian und trug in seinem Bauch eine Bombe, die niemand zuvor gezündet hatte — weil es sie noch nicht lange gab.

Das Flugzeug war 31 Meter lang. Die Bombe wog 4.400 Kilogramm. Der Pilot, Paul Tibbets, war 30 Jahre alt und hatte die Maschine nach seiner Mutter benannt, was einer der wenigen persönlichen Momente in dieser ganzen Angelegenheit war. Er flog mit einer Besatzung von 12 Mann. Keiner von ihnen wusste wirklich, was passieren würde.

Das war das Geheimnis: Die Wissenschaftler, die das Ding gebaut hatten, wussten es auch nicht genau. Sie hatten mathematische Modelle. Sie hatten Berechnungen. Was sie nicht hatten, war eine Prüfung. Man kann ein Atomwaffe nicht Probe sprengen, um sicherzustellen, dass sie funktioniert. Also flogen sie einfach los und hofften, dass die Physik nicht lügt.

Tinian Island liegt 2.400 Kilometer östlich von Hiroshima. Der Flug würde 6 Stunden dauern. Tibbets flog nicht direkt dorthin — niemand wollte, dass jemand sehen würde, wohin er ging. Die Route war eine Schleife über dem Pazifik, eine Umleitung um Feindgebiet herum, die Zeit verschwendete und Treibstoff kostete. Aber Geheimhaltung war wichtiger als Effizienz. Das war 1945.

Enola Gay startet zu Hiroshima und leitet das Atomzeitalter ein — Tinian Island, Pacific Ocean
Bild: The original uploader was Veinsworld at German Wikipedia. (Original text: US Air Force) · Public domain

In Hiroshima war es bereits 7:09 Uhr morgens, als die Enola Gay sich dem Ziel näherte. Die Stadt hatte etwa 350.000 Menschen. Niemand wusste, dass etwas anderes kam als die üblichen Bomberverbände, die seit Monaten Tokio und andere Städte zerstörten. Ein B-29 allein war nichts Besonderes. Japanische Jäger hätten abgehoben sein können. Sie taten es nicht.

Die Bombe fiel um 8:15 Uhr Ortszeit. Sie brauchte 43 Sekunden, um 580 Meter zu fallen, bevor sie explodierte — nicht am Boden, sondern in der Luft über der Stadt, weil das die Zerstörung maximierte. Die Temperatur am Detonationspunkt war 3.700 Grad Celsius. Das Licht war so hell, dass Menschen, die direkt darunter standen, als Schatten auf Steinen zurückblieben. Von den 350.000 Menschen starben innerhalb von Minuten etwa 70.000. Bis Ende 1945 waren es 140.000.

Die Enola Gay war zu diesem Zeitpunkt bereits 22 Kilometer entfernt. Tibbets spürte die Druckwelle, obwohl sie so weit weg war. Er sagte später: "Mein Gott, was haben wir getan?" Das war eine Frage, die die Welt die nächsten 80 Jahre stellen würde, ohne eine befriedigende Antwort zu finden.

Enola Gay startet zu Hiroshima und leitet das Atomzeitalter ein — Tinian Island, Pacific Ocean
Bild: Unknown authorUnknown author · Public domain

Als die Enola Gay zur Tinian Island zurückkehrte, waren es noch 13 Stunden Flug. Tibbets und seine Besatzung saßen oben und wussten, dass sie gerade die Zukunft verändert hatten, aber nur als abstrakte Idee. Die Zahlen — 70.000 sofort, 140.000 bis Jahresende — würden später kommen. Im Moment war es nur das Wissen, dass etwas Unmögliches möglich geworden war.

Das Seltsame: Tibbets lebte noch bis 2007. Er wurde 82 Jahre alt. Er flog noch viele andere Missionen, aber die Welt erinnerte sich nur an diese eine.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Enola Gay

Krieg & Konflikt

Al-Qaeda-Anschläge auf US-Botschaften in Nairobi und Dar es Salaam

Nairobi, Kenya and Dar es Salaam, Tanzania

Al-Qaeda-Anschläge auf US-Botschaften in Nairobi und Dar es Salaam — Nairobi, Kenya and Dar es Salaam, Tanzania
Bild: IDF Spokesperson's Unit photographer · CC BY-SA 3.0

Ein amerikanischer Botschafter sitzt an seinem Schreibtisch in Nairobi und denkt wahrscheinlich nicht daran, dass dieser Tag sein letzter sein wird. Es ist Freitag, der 7. August 1998, kurz nach halb zehn am Morgen. Die Sonne steht über Ostafrika wie an jedem anderen Tag. Dann explodiert ein Lastwagen vor dem Botschaftsgebäude, und innerhalb von Sekunden ist die Welt eine andere.

Das Merkwürdige an diesem Anschlag ist nicht die Explosion selbst – es ist die Planung dahinter. Al-Qaeda hatte diese Operation über Monate vorbereitet, mit einer Genauigkeit, die man normalerweise eher von Ingenieuren erwartet als von Terroristen. Die Attentäter, vier Männer in einem weißen Lkw, fuhren direkt vor die amerikanische Botschaft in der Nähe des Kenyatta National Hospital. Sie kannten die Sicherheitsvorkehrungen. Sie wussten, wo der Wagen den meisten Schaden anrichten würde. Der Sprengstoff – etwa 300 Kilogramm TNT gemischt mit Detonatorenkomponenten – war so angebracht, dass die Druckwelle in eine bestimmte Richtung gelenkt wurde.

Als die Bombe explodierte, starben 213 Menschen. Das ist die Zahl, die man in den Geschichtsbüchern findet. Aber diese Zahl verschleiert etwas Wichtiges: Die meisten Toten waren Kenianer. Angestellte der Botschaft, Passanten, Menschen, die zufällig in der falschen Straße waren. Die Botschaft selbst war gehärtet, mit Sicherheitsbarrikaden und verstärkten Fenstern. Die Explosion traf die Gebäude ringsum – ein Friseursalon, ein Geschäft, ein Bürogebäude. Dreizehn Menschen starben in einem Radius von nur zwei Häuserblöcken.

Al-Qaeda-Anschläge auf US-Botschaften in Nairobi und Dar es Salaam — Nairobi, Kenya and Dar es Salaam, Tanzania
Bild: 天然ガス · CC BY-SA 3.0

Zur gleichen Zeit – fast auf die Minute genau – explodierte 1.300 Kilometer südlich in Dar es Salaam, Tansania, eine zweite Bombe vor der amerikanischen Botschaft dort. Elf Menschen starben. Die Koordination war perfekt. Das war nicht Improvisation. Das war ein Netzwerk, das funktionierte.

Was vorher normal war: Amerika glaubte, dass Terrorismus etwas war, das man in der Ferne bekämpfte, mit Diplomaten und Militär, in Ländern, deren Namen man kaum aussprechen konnte. Die Botschaften waren Symbole der Macht, aber auch sichere Orte – Stützpunkte, von denen aus man die Welt ordnete. Nach dem 7. August 1998 wussten die Amerikaner, dass ein Netzwerk existierte, das koordinierte, dass plante, dass zwei Länder gleichzeitig angreifen konnte.

Al-Qaeda-Anschläge auf US-Botschaften in Nairobi und Dar es Salaam — Nairobi, Kenya and Dar es Salaam, Tanzania
Bild: US gov · Public domain

Bin Laden hatte seinen Namen auf die Bombings nicht geschrieben. Das war absichtlich. Er wollte, dass Amerika verstand, dass diese Attacke nur der Anfang war. Dass das Netzwerk überall war. Dass niemand wirklich sicher war – nicht einmal in einem befestigten Gebäude mit Diplomaten und Sicherheitspersonal.

Drei Jahre später, am 11. September 2001, würden die Amerikaner verstehen, was diese Bomben in Nairobi wirklich bedeutet hatten. Das Netzwerk hatte trainiert. Es hatte gelernt. Und es hatte bewiesen, dass es funktionierte.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/1998 United States embassy bombings

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