Daily History
Krieg & Konflikt

Atombombe zerstört Hiroshima

Hiroshima, Japan

Atombombe zerstört Hiroshima — Hiroshima, Japan
Bild: George R. Caron / Charles Levy · Public domain

Ein amerikanischer Pilot namens Paul Tibbets saß in einem B-29-Bomber und wusste nicht wirklich, was er trug. Das ist nicht ganz wahr – er wusste, dass es eine Bombe war, eine neue, geheime Waffe. Aber niemand hatte ihm erklärt, wie sie funktionierte. Am 6. August 1945 um 8:15 Uhr morgens fiel diese Bombe auf Hiroshima, und in weniger als einer Sekunde verschwanden etwa 70.000 Menschen.

Das Seltsame daran: Die Bombe war nicht einmal besonders kompliziert nach modernen Maßstäben. Sie war einfach brutal elegant. Im Inneren befanden sich zwei Stücke Uran-235, ein radioaktives Material, das die Physiker gerade erst verstanden hatten. Solange diese Stücke getrennt waren, passierten nichts. Aber beim Aufprall rasten sie aufeinander zu – nicht schneller als eine Kugel, sondern mit einer Geschwindigkeit, die eine unkontrollierte Kettenreaktion auslöste. Atome spalteten sich, setzten andere Atome frei, die wiederum andere spalteten. In einer milliardstel Sekunde entstand eine Explosion, die einer Sonne glich.

Die Hitze betrug mehrere Millionen Grad. Menschen, die sich zwei Kilometer entfernt befanden, wurden von der Strahlung verbrannt – ihre Körper hinterließen Schatten auf Steinen, wo sie gestanden hatten. Das Feuer breitete sich aus wie ein lebendiges Wesen. Von den 76.000 Gebäuden in Hiroshima wurden etwa 70.000 zerstört oder schwer beschädigt. Eine Stadt verschwand nicht, aber sie wurde radikal neu geordnet – in Schutt und Asche.

Atombombe zerstört Hiroshima — Hiroshima, Japan
Bild: ENERGY.GOV · Public domain

Was die meisten Menschen nicht wissen: Die Entscheidung, die Bombe abzuwerfen, war nicht unvermeidlich. Der Physiker Leo Szilard, einer der Männer, die das Projekt möglich gemacht hatte, hatte einen Brief an Präsident Roosevelt geschrieben und vor der Waffe gewarnt. Szilard war ein ungarischer Jude, der aus Europa geflohen war, und er verstand die Konsequenzen besser als die meisten. Aber Roosevelt starb, bevor der Brief ihn erreichte. Harry Truman, der neue Präsident, erhielt das Dokument nie. Stattdessen erhielt er nur Berichte von Militärs, die beschrieben, wie viele amerikanische Soldaten in einer Invasion Japans sterben würden. Die Zahlen waren groß. Die Bombe schien wie eine Lösung.

Am Ende des Jahres 1945 waren etwa 140.000 Menschen in Hiroshima tot – manche von der unmittelbaren Explosion, andere von den Verbrennungen, wieder andere von der Strahlung, die ihre Zellen zerstörte. Drei Tage später warfen die Amerikaner eine zweite Bombe auf Nagasaki ab. Japan kapitulierte eine Woche später.

Atombombe zerstört Hiroshima — Hiroshima, Japan
Bild: Army Map Service · Public domain

Das Verrückte ist nicht, dass die Bombe existierte. Das Verrückte ist, dass es funktionierte. Die Wissenschaftler wussten theoretisch, dass es funktionieren sollte, aber niemand war sich wirklich sicher. Die erste und einzige praktische Tests waren Menschen.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Atomic bombings of Hiroshima and Nagasaki

Entdeckungsreisen

Curiosity-Rover Landet auf dem Mars

Gale Crater, Mars

Curiosity-Rover Landet auf dem Mars — Gale Crater, Mars
Bild: NASA · Public domain

Ein Roboter, der Größe eines Kleinwagens, fällt mit einer Geschwindigkeit von 21.000 Kilometern pro Stunde in die Marsatmosphäre und muss sich selbst bremsen. Es ist der 6. August 2012, 05:31 Uhr Koordinierte Weltzeit, und im Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Kalifornien, sitzen Menschen herum, die gerade ihre eigene Ohnmacht erlebt haben.

Das ist das Merkwürdige an der Raumfahrt: Man kann einen Roboter zum Mars schicken, aber man kann ihn nicht steuern, wenn es darauf ankommt. Curiosity war 568 Millionen Kilometer gereist. Die Funkwellen brauchten 14 Minuten, um die Strecke zurückzulegen. Als das JPL-Team das Signal erhielt, dass der Lander in die Atmosphäre eintrat, war alles längst vorbei oder hatte gerade angefangen – niemand wusste es genau.

Die Ingenieure nannten es das "Sieben Minuten Angst". Seven Minutes of Terror. In dieser Zeit musste Curiosity sieben verschiedene Systeme nacheinander aktivieren: einen Hitzeschutzschild ablösen, einen Fallschirm entfalten, Raketentriebwerke zünden, Beine ausfahren. Ein einzelner Fehler – eine Verzögerung um Millisekunden, ein Sensor, der die falsche Zahl las – und eine 2,5 Milliarden-Dollar-Mission würde als Trümmerhaufen in einem Krater enden.

Am Tag davor war die Welt noch normal. Die Olympischen Spiele liefen in London. Die Börse öffnete und schloss wie immer. Menschen gingen zur Arbeit, ahnungslos, dass eines der größten technischen Unternehmen der Menschheit in den nächsten sieben Minuten entschieden sein würde.

Curiosity-Rover Landet auf dem Mars — Gale Crater, Mars
Bild: NASA · Public domain

Dann landete Curiosity. Nicht elegant – der Abstieg war chaotisch, voller Vibrationen und Ungewissheit. Aber der Roboter stand. Seine Räder berührten den Boden von Gale Crater. Die Kameras starteten und sendeten Bilder zurück: graues, steiniges Gelände unter einem butterbraun gefärbten Himmel. Ein Ort, an dem noch nie ein Mensch war und wo wahrscheinlich nie einer sein wird.

Das Besondere an diesem Moment war nicht die Technik – so beeindruckend sie war – sondern was sie bedeutete. Curiosity war nicht einfach ein Roboter. Er war ein mobiles Labor, 900 Kilogramm Neugier auf Rädern. Seine Mission: zu untersuchen, ob der Mars je lebensfreundlich war. Ob dort, in diesem kalten, trockenen Krater, jemals Wasser floss. Ob die chemischen Bausteine des Lebens existiert hatten.

In den Monaten zuvor hatte die Welt eine andere Geschichte erzählt. Die Weltwirtschaft taumelte. Die Eurozone stand am Rand des Zusammenbruchs. Menschen verloren ihre Häuser, ihre Jobs. Und dann schickten wir einen Roboter zum Mars.

Curiosity-Rover Landet auf dem Mars — Gale Crater, Mars
Bild: Idaho National Laboratory · CC BY 2.0

Die Ironie war nicht unfreundlich gemeint, aber sie war real. Während wir uns selbst nicht in den Griff bekamen, bauten wir Maschinen, die Planeten erforschen konnten. Curiosity würde acht Jahre lang seinen Job machen – länger als geplant. Er würde Wasser in Marsboden finden, Methan in der Atmosphäre messen, Strahlung aufzeichnen. Er würde Fragen beantworten, die wir noch nicht einmal richtig stellen konnten.

Aber in jenem Moment, als die Funkwelle bestätigte, dass der Lander sicher stand, waren die Ingenieure in Pasadena nicht rational. Sie schrien. Sie weinten. Sie umarmten sich. Ein Roboter war gerade 568 Millionen Kilometer weit gereist und hatte es geschafft, und das Einzige, das Menschen in diesem Augenblick tun konnten, war, sich an der reinen menschlichen Erleichterung festzuhalten.

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Curiosity (rover)

Mit den Pfeiltasten zwischen den Tagen wechseln

Zum vollständigen Archiv →