Atombombe zerstört Hiroshima
Hiroshima, Japan
Ein amerikanischer Pilot namens Paul Tibbets saß in einem B-29-Bomber und wusste nicht wirklich, was er trug. Das ist nicht ganz wahr – er wusste, dass es eine Bombe war, eine neue, geheime Waffe. Aber niemand hatte ihm erklärt, wie sie funktionierte. Am 6. August 1945 um 8:15 Uhr morgens fiel diese Bombe auf Hiroshima, und in weniger als einer Sekunde verschwanden etwa 70.000 Menschen.
Das Seltsame daran: Die Bombe war nicht einmal besonders kompliziert nach modernen Maßstäben. Sie war einfach brutal elegant. Im Inneren befanden sich zwei Stücke Uran-235, ein radioaktives Material, das die Physiker gerade erst verstanden hatten. Solange diese Stücke getrennt waren, passierten nichts. Aber beim Aufprall rasten sie aufeinander zu – nicht schneller als eine Kugel, sondern mit einer Geschwindigkeit, die eine unkontrollierte Kettenreaktion auslöste. Atome spalteten sich, setzten andere Atome frei, die wiederum andere spalteten. In einer milliardstel Sekunde entstand eine Explosion, die einer Sonne glich.
Die Hitze betrug mehrere Millionen Grad. Menschen, die sich zwei Kilometer entfernt befanden, wurden von der Strahlung verbrannt – ihre Körper hinterließen Schatten auf Steinen, wo sie gestanden hatten. Das Feuer breitete sich aus wie ein lebendiges Wesen. Von den 76.000 Gebäuden in Hiroshima wurden etwa 70.000 zerstört oder schwer beschädigt. Eine Stadt verschwand nicht, aber sie wurde radikal neu geordnet – in Schutt und Asche.
Was die meisten Menschen nicht wissen: Die Entscheidung, die Bombe abzuwerfen, war nicht unvermeidlich. Der Physiker Leo Szilard, einer der Männer, die das Projekt möglich gemacht hatte, hatte einen Brief an Präsident Roosevelt geschrieben und vor der Waffe gewarnt. Szilard war ein ungarischer Jude, der aus Europa geflohen war, und er verstand die Konsequenzen besser als die meisten. Aber Roosevelt starb, bevor der Brief ihn erreichte. Harry Truman, der neue Präsident, erhielt das Dokument nie. Stattdessen erhielt er nur Berichte von Militärs, die beschrieben, wie viele amerikanische Soldaten in einer Invasion Japans sterben würden. Die Zahlen waren groß. Die Bombe schien wie eine Lösung.
Am Ende des Jahres 1945 waren etwa 140.000 Menschen in Hiroshima tot – manche von der unmittelbaren Explosion, andere von den Verbrennungen, wieder andere von der Strahlung, die ihre Zellen zerstörte. Drei Tage später warfen die Amerikaner eine zweite Bombe auf Nagasaki ab. Japan kapitulierte eine Woche später.
Das Verrückte ist nicht, dass die Bombe existierte. Das Verrückte ist, dass es funktionierte. Die Wissenschaftler wussten theoretisch, dass es funktionieren sollte, aber niemand war sich wirklich sicher. Die erste und einzige praktische Tests waren Menschen.
Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Atomic bombings of Hiroshima and Nagasaki